
17.12.2012
Im Rahmen des Ende November 2012 beschlossenen neuerlichen Rettungspakets für Griechenland hat "die griechische Regierung gerade rund 10 Mrd. Euro dafür aufgewendet ., eigene Schulden im Nennwert von fast 30 Mrd. Euro zurückzukaufen." Professor Dr. Henning Klodt (Institut für Weltwirtschaft) schreibt im Leitartikel: "Unter den gegebenen Bedingungen trägt der aktuelle Schuldenrückkauf also nichts dazu bei, die griechische Staatsschuldenkrise zu lösen."
14.11.2012
Die Eurorettungsmechanismen können bei einem Ausfall von Euroländern dazu führen, dass Deutschland weitaus stärker haftet, als in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Prof. Dr. Markus C. Kerber (TU Berlin und Bevollmächtigter der Kläger gegen den ESM-Vertrag) quantifiziert in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst die Haftungsrisiken Deutschlands.
15.10.2012
"Durch den wiederholten Regelbruch hat sich die Europäische Union ein Glaubwürdigkeitsproblem eingehandelt, das ihre Handlungsfreiheit dramatisch einschränkt", führen Prof. Dr. Ulrich Blum, Prof. Dr. Ingo Pies (Universität Halle-Wittenberg) sowie Nikolaus Sieveking (Infineon Technologies AG) in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst aus. Um das Vertrauen wiederherzustellen, fordern sie ein Legitimationsverfahren ähnlich dem Corporate-Governance-Kodex auf Unternehmensebene.
11.09.2012
Die Entscheidung über die Einführung einer Zuschussrente steht derzeit auf der Kippe. Eigentlich soll sie Altersarmut verhindern. Dr. Martin Gasche (Munich Center of the Economics of Aging) bezeichnet die Zuschussrente in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst aber als misslungen: "Sie ist innerhalb der Rentenversicherung systemfremd und sorgt für enorme Ungleichbehandlungen." Wenn man dennoch ein Fürsorgeelement in das Rentenversicherungssystem einbauen will, schlägt Gasche das von ihm entwickelte Konzept der Bonusrente vor. Er hofft: "Mit der vorgeschlagenen Bonusrente könnten einige Nachteile der Zuschussrente abgebaut werden".
14.08.2012
Der Geldschöpfungsmultiplikator im Euroraum hat sich im Zuge der Finanzmarktkrise fast halbiert. Von einem Vorkrisenwert um 8,8 ist er auf 5 im Mai/Juni 2012 gesunken. Damit "sind zuvor über Jahre - und teilweise sogar Jahrzehnte - stabile Zusammenhänge zwischen verschiedenen geldpolitischen Indikatoren zusammengebrochen", erläutert Dr. Makram El-Shagi (Institut für Wirtschaftsforschung Halle) in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst.
16.07.2012
Adalbert Winkler - Professor an der Frankfurt School of Finance und ehemaliger EZB-Mitarbeiter - setzt sich mit dem Aufruf der Ökonomen unter der Führung von Hans-Werner Sinn und Walter Krämer auseinander. Er ist der Auffassung, dass die Bundesregierung 2008 sehr umsichtig auf die Krisensignale reagiert hat und warnt vor einem Politikversagen in der aktuellen Krise, "weil die artikulierte ordnungspolitische Grundkonzeption zur Bewältigung einer Krise nicht geeignet ist". Anders als die Ökonomen, die den Aufruf unterschrieben haben, konstatiert Winkler: "Es fehlen in Europa eine Fiskal- und Bankenunion." Er befürchtet, dass weitere Propaganda zulasten der Schuldnerstaaten einen Teufelskreis auslöst, der zum Sprengsatz für die Währungsunion werden kann.
13.06.2012
Die Europäische Kommission hat Ende April ein Beschäftigungspaket vorgestellt, das die Erwerbstätigkeit in der EU verbessern und erhöhen soll. Eine Umsetzung erscheint vor dem Hintergrund institutioneller und ökonomischer Unterschiede in den Nationalstaaten unrealistisch. In der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftdienst kritisieren Holger Schäfer und Dr. Jörg Schmidt (IW Köln), Prof. Dr. Henning Klodt (IfW Kiel), Prof. Dr. Gerhard Bosch (Universität Duisburg-Essen) sowie Dr. Hilmar Schneider (IZA) insbesondere die Konzeptionslosigkeit des Programms.
15.05.2012
"Der in der deutschen Alterssicherungspolitik eingeschlagene Weg hat das Potenzial für eine gesellschaftspolitische Zeitbombe", betont Prof. Dr. Winfried Schmähl (ehem. Vorsitzender des Sozialbeirats der Bundesregierung) in seiner aktuellen Analyse für den Wirtschaftsdienst. Während bei der Gründung der Gesetzlichen Rentenversicherung 1889 das Ziel dominierte, Armut bei Invalidität und im Alter zu lindern, diente die Rente seit der großen Rentenreform 1957 als Lohnersatz. Seit der Jahrtausendwende haben verschiedene Reformen den Weg zurück zur Rente als Zuschuss eingeleitet.
17.04.2012
In der aktuellen Debatte um den Abbau der Target2-Salden im Eurosystem wurde unter anderem von Hans-Werner Sinn vorgeschlagen, das Ausgleichsverfahren der Federal Reserve anzuwenden. Dieses bezieht sich auf Regelungen zwischen den zwölf Distriktbanken der USA. In der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst analysieren Dr. Benjamin Weigert und Jens Klose vom Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, ob das System der Verrechnungssalden zwischen den Teilnotenbanken in den USA auf das Eurosystem übertragen werden kann.
14.03.2012
Der Bundestag hat dem zweiten Rettungspaket für Griechenland Ende Februar zugestimmt. Dabei wurde die Kritik laut, dass der endgültige Einstieg in die Transferunion nun besiegelt sei. Auch ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone wurde erneut gefordert. Jürgen Matthes (Institut der deutschen Wirtschaft Köln) prüft diese Einwände im aktuellen Wirtschaftsdienst aus verschiedenen Perspektiven.
15.02.2012
Die EZB hat in der Krise mit unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen Schlagzeilen gemacht. Ob dieser Funktionswandel noch aufzuhalten ist, diskutieren Dr. Tim Oliver Berg und Prof. Dr. Kai Carstensen (Ifo Institut München), Prof. Dr. Gustav A. Horn (IMK in der Hans-Böckler-Stiftung), Dr. Michael J. Lamla und Prof. Dr. Jan-Egbert Sturm (ETH Zürich), Prof. Dr. Gunther Schnabl (Universität Leipzig) sowie Prof. Dr. Carl Christian von Weizsäcker (MPI zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern) im aktuellen Zeitgespräch des Wirtschaftsdienst.
16.01.2012
Anfang Februar wird der Bundesrat über die Preisfestsetzung an Tankstellen beraten. Auf Antrag von Thüringen soll die Bundesregierung aufgefordert werden, das "Österreichische Modell" einzuführen. Prof. Dr. Siegfried Berninghaus, Michael Hesch (Karlsruher Institut für Technologie) und Andreas Hildenbrand (Universität Gießen) analysieren in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst, ob ein regulatorischer Eingriff nach dem Vorbild des "Österreichischen Modells" sinnvoll ist, um die überhöhten Preise und das gleichförmige Preissetzungsverfahren zu verhindern.