
17.04.2012
In der aktuellen Debatte um den Abbau der Target2-Salden im Eurosystem wurde unter anderem von Hans-Werner Sinn vorgeschlagen, das Ausgleichsverfahren der Federal Reserve anzuwenden. Dieses bezieht sich auf Regelungen zwischen den zwölf Distriktbanken der USA. In der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst analysieren Dr. Benjamin Weigert und Jens Klose vom Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, ob das System der Verrechnungssalden zwischen den Teilnotenbanken in den USA auf das Eurosystem übertragen werden kann.
Dabei zeigen die Autoren auf, "dass der Ausgleichsmechanismus in den USA rein bilanzieller Natur ist und lediglich zu einer Neuaufteilung der Aktivseite des konsolidierten Notenbanksystems auf die einzelnen Mitglieds- oder Teilnotenbanken führt." Des Weiteren argumentieren sie: "Würde im Eurosystem wie in den USA die Aktivseite der Bilanz neu aufgeteilt und jede nationale Notenbank einen Anteil am aktuellen Refinanzierungsgeschäft in die Bilanz nehmen, dann sind es vielmehr die Risiken dieser Wertpapiere, die Anlass zur Besorgnis geben, nicht jedoch die Target2-Salden selbst." Ein jährlicher Ausgleich der Target2-Salden im Euroraum würde somit nur an den Symptomen der Krise ansetzen und keinesfalls zu deren Lösung beitragen.
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