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Aufstocker – Kein Niedriglohnproblem!

Pressemitteilung

21.12.2007

Die steigende Zahl der Erwerbstätigen, die zusätzlich Leistungen vom Staat erhalten, kann „nicht mit einem um sich greifenden Niedriglohnproblem gleichgesetzt werden,” stellen Dr. Hendrik Luchtmeier aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und Johannes Ziemendorff vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in der aktuellen Ausgabe des WIRTSCHAFTSDIENST fest. „Auch ein gesetzlicher Mindestlohn könnte das Phänomen der Aufstocker wohl nicht beseitigen.” Dies wird nach Auffassung der Autoren auch dadurch deutlich, dass es in der Baubranche trotz des vor acht Jahren vereinbarten Mindestlohns eine erhebliche Zahl von Aufstockern gibt.

Die empirische Analyse der beiden Wissenschaftler hat ergeben, dass mehr als die Hälfte der Bezieher von Arbeitslosengeld II nur ein kleines „Zubrot” verdient. Vollzeitbeschäftigte Aufstocker erhalten im Durchschnitt einen Stundenlohn von 10,40 Euro, sind aber oftmals wegen ihrer Familiensituation leistungsberechtigt, so „dass Aufstockung vor allem eine Familienleistung ist.” Luchtmeier und Ziemendorff kommen zu dem Schluss, dass es sich aufgrund der fehlenden Anreize für die meisten Leistungsempfänger nicht lohne, eine Vollzeitstelle aufzunehmen. Daher fordern sie, die Anreize so zu verändern, „dass es auch für gering Qualifizierte attraktiver wird, ihre Arbeitsstundenzahl zu erhöhen und nicht mehr in der Teilzeitbeschäftigung zu verharren”.

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