
Prof. Dr. Sebastian Dullien stellte am 18.1. sein gemeinsam mit Hansjörg Herr und Christian Kellermann verfasstes Buch „Der gute Kapitalismus ... und was sich dafür nach der Krise ändern müsste" vor. Die Veranstaltung in der ZBW Hamburg war mit über 70 BesucherInnen wieder ein großer Erfolg.

Dullien zeichnete überzeugend die Argumentation aus dem Buch nach und illustrierte ausführlich wie es zur Finanz- und Wirtschaftskrise kommen konnte. Am Ende seines Vortrags präsentierte der Professor für internationale Ökonomie „seinen" guten Kapitalismus. „Der Kapitalismus ist ein guter Knecht, kein guter Meister", erklärt Dullien, warum er eine Regulierung durch den Staat für zwingend notwendig hält. Den Kapitalismus ganz abschaffen wolle Dullien allerdings nicht, dafür stecke in diesem System zu viel innovatives Potenzial.


Aus den interessierten und kritischen Fragen des Publikums ergab sich am Ende eine angeregte Diskussion, die schließlich bei einem Glas Wein im Foyer fortgeführt wurde.


Die Lesereihe von ZBW und Wirtschaftsdienst geht voraussichtlich im März 2010 weiter.
Zum Autor: Sebastian Dullien ist seit 2007 Professor für International Economics an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin. Davor arbeitete er als Redakteur für Weltwirtschaft bei der Financial Times Deutschland.
Zum Buch: Wie kann man dem Kapitalismus seine Dynamik entlocken und gute Arbeit und Wohlstand für alle erreichen? Wie kann man die Risiken von Finanzmärkten auf ein Minimum reduzieren, ohne dabei die einzigartige Dynamik dieser Märkte außer Kraft zu setzen?
Antworten darauf und auf die Frage nach dem richtigen Grad an Regulierung des Marktes durch Staat und Gesellschaft bietet das Buch "Der gute Kapitalismus ...und was sich dafür nach der Krise ändern müsste", das Sebastian Dullien gemeinsam mit Hansjörg Herr und Christian Kellermann im Oktober 2009 veröffentlicht hat.
Während zuletzt mit Ulrich Schäfers „Der Crash des Kapitalismus" die Ursachen der Krise und mit Ulrich Thielemanns „System Error" die ethische Perspektive beleuchtet wurden, wendet sich die Lesereihe nun mit Dulliens Buch möglichen Auswegen zu. Das Buch macht dabei in vielen Bereichen ganz konkrete Vorschläge zum Umbau der derzeitigen Wirtschaftsordnung zu einem besseren Kapitalismus. „Es geht nicht darum, Märkte abzuschaffen oder zu ersetzen, sondern darum, Märkte, insbesondere Finanz- und Arbeitsmärkte, in Institutionen und Regulierungen einzubinden." (S. 221) Dabei muss ihnen „ihr innovatives und effizientes Potenzial entlockt werden" (S. 229). Wie das geschehen kann, wird Dullien den Zuhörern bei der Buchvorstellung näherbringen. Im Anschluss daran bleibt noch Zeit, mit dem Autor darüber zu diskutieren, was sich nach der Krise ändern müsste.
Zur Lesereihe von WIRTSCHAFTSDIENST und ZBW: Zu der Lesereihe laden WIRTSCHAFTSDIENST, Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, und die ZBW alle zwei Monate Autoren - vor allem aus dem Bereich Wirtschaftspolitik - ein. Die Verfasser stellen dabei aktuelle Bücher zu wirtschaftswissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen vor. Im Anschluss an die Lesungen sind Autoren und Zuhörer dazu eingeladen, bei einem Glas Wein die Gespräche zu vertiefen. Der Eintritt ist frei.
Bisherige Gäste der Lesereihe von WIRTSCHAFTSDIENST und ZBW
Montag, 18. Januar 2010, 18.00 Uhr
ZBW (ehemals HWWA)
Raum 519
Neuer Jungfernstieg 21
Hamburg
Eintritt: Eintritt frei
www.schweitzer-online.de/IconP...
www.transcript-verlag.de/main/...
Dann wenden Sie sich gerne telefonisch oder per E-Mail an Claudia Sittner.
Tel.: (040) 428 34 - 332