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Buchvorstellung mit Thomas Eger: Europäische Integration - Wirtschaft und Recht, Geschichte und Politik

Nachbericht

Am 03.05.2010 stellte Prof. Dr. Thomas Eger im Rahmen der Europawoche 2010 sein gemeinsam mit Hans-Jürgen Wagener verfasstes Buch „Europäische Integration - Wirtschaft und Recht, Geschichte und Politik" öffentlich in der ZBW Hamburg vor. Als besonderer Gast war diesmal Dr. Konrad Lammers, Forschungsdirektor am Europa-Kolleg Hamburg, eingeladen. Er moderierte die Veranstaltung und die anschließende Diskussion. Die Veranstaltung in der ZBW Hamburg war trotz diverser Alternativveranstaltungen zur Europawoche mit über 60 BesucherInnen wieder ein großer Erfolg.

Thomas Eger bei seinem Vortrag in der ZBW Thomas Eger diskutiert über die aktuelle Lage Europas

Bei der zehnten Buchvorstellung der Lesereihe von Wirtschaftsdienst und ZBW richtete Eger das Hauptaugenmerk auf die aktuelle Debatte zur Schieflage Griechenlands in der Europäischen Union. Er sieht die Bewältigung der Krise als Beispiel für ein Grundproblem der Europäischen Union: Diese befinde sich stets im Spannungsfeld zwischen Wettbewerb und Solidarität.

Laut Eger gibt es als Ausweg aus der Krise vier Lösungswege: (1) die reine Marktlösung, (2) der Austritt Griechenlands aus der Eurozone, (3) mit Auflagen versehene IWF-Kredite und (4) das Eingreifen eines noch zu gründenden Europäischen Währungsfonds. Nach dem aktuellen Stand würde sich allerdings keine dieser Lösungen durchsetzen, so Eger. Es sehe vielmehr nach einer Kompromisslösung aus, die sowohl den IWF als auch die anderen Staaten der EWU einbezieht.

Bei der anschließenden Diskussion ging es vor allem darum, wie groß die Gefahr ist, dass die Krise auf andere EWU-Länder überspringt (Dominoeffekt). Aber auch die Frage, wer die Lasten der Krise tragen sollte, interessierte die Zuhörer.

Thomas Eger nach der Buchvorstellung im Gespräch

 

Konrad Lammers nach der Buchvorstellung im Gespräch

 

 

Ausstellungseröffnung zur Europawoche 2010
„Combating poverty in the EU - Find out about it!"

Nach Vortrag und Diskussion gab es an diesem Abend noch ein weiteres Highlight zur Europawoche 2010 in der ZBW. Im Europäischen Dokumentationszentrum, das sich in der Bibliothek im ersten Stock befindet, wurde die kleine zweisprachige Ausstellung „Combating poverty in the EU - Find out about it!" eröffnet.

Ausstellungseröffnung im Europäischen Dokumentationszentrum der ZBW Hamburg

 

Ausstellung im Europäischen Dokumentationszentrum der ZBW Hamburg

Ab dem 3. Mai 2010 zeigen hier Studierende der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrike Verch, welche Möglichkeiten es gibt, sich über europäische Initiativen zur Armutsbekämpfung zu informieren. Die Ausstellung findet im Rahmen des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung statt. Der Eintritt ist frei und die Ausstellung während der Öffnungszeiten der Bibliothek (montags bis freitags 9-20 Uhr) zu sehen.

Ulrike Verch im Gespräch mit Ekkehart Seusing

 

Während die letzte Lesung im März 2010 (Wolfgang Michalski „Hamburg - Erfolge und Erfahrungen in der globalisierten Welt") thematisch auf Hamburg konzentriert war, ordnete sich Egers Lesung wieder in die Reihe von Buchvorstellungen ein, die sich mit der Wirtschafts- und Finanzkrise auseinandersetzten. Aspekte davon wurden schon bei den vorigen Buchvorstellungen („Der gute Kapitalismus", „System Error" und „Der Crash des Kapitalismus") beleuchtet.

Auch die nächste Lesung der Lesereihe von ZBW und Wirtschaftsdienst wird sich in diesem Themenfeld bewegen. Dr. Daniel Gros wird am Dienstag, den 6. Juli 2010 das gemeinsam mit Sonja Sagmeister verfasste Buch „Nachkrisenzeit" präsentieren. Die Co-Autorin übernimmt die Moderation bei dieser Veranstaltung.

 

Zum Autor: Prof. Dr. Thomas Eger ist Geschäftsführender Direktor des Instituts für Recht und Ökonomik an der Universität Hamburg, Mitglied des Direktoriums des Europa-Kollegs, Programmdirektor des European Master Programme in Law and Economics und Sprecher des Graduiertenkollegs „Ökonomik der Internationalisierung des Rechts".

 

Zum Buch: Die Griechenland-Krise hat deutlich gemacht, dass die Europäische Union gegenüber Störungen anfällig ist. Ist die EU aber wirklich ein Großtanker, der den Kurs nur schwer halten kann? Das unterhaltsam geschriebene Lehr- und Lesebuch "Europäische Integration" von Hans-Jürgen Wagener und Thomas Eger zeigt, wie die aktuellen Probleme im Grundsätzlichen wurzeln.

Die zweite Auflage des erfolgreichen Lehrbuchs greift die neuesten Entwicklungen der Jahre 2005-2009 auf. Da ist zu allererst die vorläufig abgeschlossene Ost- und Südosterweiterung zu nennen. Nach dem Scheitern der Verfassungsgebung versucht der Vertrag von Lissabon die wichtigsten organisatorischen Anpassungen, die für eine transparente und schlagkräftige demokratische Gemeinschaft von inzwischen 27 Mitgliedländern erforderlich sind, in die Realität umzusetzen.

Unterhalb der Ebene der Verträge arbeiten die Organe der Union ständig an verbesserten und vereinfachten Regelsetzungen und reagieren auf veränderte Randbedingungen. Besonders zu erwähnen sind hier die aktuelle Rechtsprechung des EuGH (und die wachsende Kritik an dieser Institution), die heftig umstrittene Dienstleistungsrichtlinie, der more economic approach im Kartellrecht, sowie die Initiative der Kommission zur privaten Durchsetzung des Kartellrechts, Trends in der Banken- und Kapitalmarktregulierung, die auf Grund der jüngsten Finanzmarktkrise besondere Aufmerksamkeit verdienen.

"Die Stärke des Buches liegt in der klaren mikrotheoretischen Fundierung des Zusammenspiels von Ökonomie, Recht und Politik und des erstmals in einen gegenseitigen Zusammenhang gebrachten empirischen Materials, was das Lehrbuch in die Nähe eines Kompendiums zur europäischen Integration rückt." Erich Hödl, in: Wirtschaft und Gesellschaft, Heft 3/2007, zur 1. Auflage 2006.

Die zweite Auflage des Buches ist am 31. Juli 2009 beim Vahlen Verlag erschienen. Weitere Literatur von Thomas Eger finden Sie bei ECONIS.

 

 

Zur Lesereihe von WIRTSCHAFTSDIENST und ZBW: Zu der Lesereihe laden WIRTSCHAFTSDIENST, Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, und die ZBW alle zwei Monate Autoren - vor allem aus dem Bereich Wirtschaftspolitik - ein. Die Verfasser stellen dabei aktuelle Bücher zu wirtschaftswissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen vor. Im Anschluss an die Lesungen sind Autoren und Zuhörer dazu eingeladen die Gespräche zu vertiefen. Die Veranstaltungen sind öffentlich. Der Eintritt ist frei.

 

Bisherige Gäste der Lesereihe von WIRTSCHAFTSDIENST und ZBW
- März 2010: Prof. Dr. Wolfgang Michalski, Hamburg Ambassador in Paris, liest aus „Hamburg - Erfolge und Erfahrungen in der globalisierten Welt".
- Januar 2010: Prof. Dr. Sebastian Dullien, Professor für International Economics an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, liest aus „Der gute Kapitalismus ... und was sich dafür nach der Krise ändern müsste".
- Oktober 2009: Dr. Ulrich Thielemann, Vizedirektor des Instituts für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen, liest aus „System Error - Warum der freie Markt zur Unfreiheit führt".
- Juni 2009: Ulrich Schäfer, Ressortleiter der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung, liest aus „Der Crash des Kapitalismus".
- April 2009: Prof. Dr. Claudia Kemfert, Energieexpertin des DIW, liest aus „Die andere Klimazukunft - Innovation statt Depression".
- Februar 2009: Prof. Dr. Birger P. Priddat, Lehrstuhlinhaber für Politische Ökonomie der Privat-Universität Witten-Herdecke, liest aus „Karl Marx. Kommunismus als Kapitalismus 2ter Ordnung".
- Dezember 2008: Prof. Dr. Heiner Flassbeck, zurzeit bei der UNCTAD, ehem. Staatssekretär unter Oskar Lafontaine, und Friederike Spiecker, freie Wirtschaftspublizistin, lesen aus „Das Ende der Massenarbeitslosigkeit".
- Oktober 2008: Uwe Jean Heuser, Leiter des Wirtschaftsressorts der Wochenzeitung Die Zeit, liest aus „Humanomics. Die Entdeckung des Menschen in der Wirtschaft".
- Mai 2008: Olaf Storbeck, Wirtschaftsredakteur des Handelsblatt, liest aus „Ökonomie 2.0. 99 überraschende Erkenntnisse".

Weitere Informationen

Montag, 3. Mai 2010, 18.00 Uhr

ZBW
Raum 519
Neuer Jungfernstieg 21
Hamburg

Eintritt: Eintritt frei

Downloads zur Veranstaltung

Claudia Sittner hilft Ihnen gerne weiter!

Telefon: +49-40-42834-332
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