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Buchvorstellung mit Max Otte: Der Informationscrash

Nachbericht

Am 28.10.2010 stellte Prof. Dr. Max Otte sein Buch „Der Informationscrash - Wie wir systematisch für dumm verkauft werden" in der ZBW Hamburg vor. Prof. Dr. Klaus Tochtermann, Wissensmanagement-Experte und neuer ZBW-Direktor, moderierte. Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse: 120 Zuhörer saßen dichtgedrängt im Vortragssaal am Neuen Jungfernstieg.

Klaus Tochtermann moderierte die Veranstaltung.

Prof. Dr. Klaus Tochtermann moderierte die Buchvorstellung.

 

Otte kritisierte, dass Informationen heutzutage kurzlebig und unzuverlässig seien. „Die ZBW ist, was das angeht, eine Oase, ein Mönchsorden. Hier wird Wissen über Jahrhunderte in Büchern konserviert", so Otte zum Veranstaltungort. Dabei lobte er das vertrauenswürdigere Wissen aus Büchern im Vergleich zur Informationsflut im Internet.

Max Otte bei seinem Vortrag in der ZBW Hamburg.

Prof. Dr. Max Otte bei seinem Vortrag.

 

Der Autor warnte vor den Gefahren einer Desinformationswirtschaft: Die mächtigen Wirtschaftsakteure hätten ein Interesse daran, ihre Kunden falsch zu informieren und ihre Mitarbeiter auszuspionieren. Die Medien klärten nicht ausreichend und objektiv auf und die Politik schafft nicht die Rahmenbedingungen, um dem Treiben Einhalt zu gebieten.

Schützen könne man sich vor allem durch Netzwerke, rät Otte. Und damit meint er nicht die sozialen Netzwerke im Netz 2.0. Vielmehr geht es ihm um persönliche Beziehungen, die lange gewachsen und damit belastbar sind. „Diese Netzwerke müsse nicht einmal sehr groß sein", führt Otte aus. Er setze da auf Qualität statt Quantität. Darüber hinaus rät er dazu, weiterhin Bücher zu lesen: „Im Gegensatz zu Texten im Internet findet man in Büchern noch längere Gedankengänge". Schließlich sollten die Verbraucher sich immer die Frage stellen: Wem nützt es? Bei der Beantwortung käme man dann sehr schnell darauf, inwiefern es sich tatsächlich um eine „unparteiische" Information handele.

Die Buchvorstellung mit Max Otte war bis auf den letzten Platz besetzt.

Bei der anschließenden Diskussion wurde noch einmal deutlich, dass Otte den Errungenschaften der modernen Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) sehr kritisch gegenübersteht, während Klaus Tochtermann mit großem Optimismus auf die Möglichkeiten der neuen Technologien blickt. Auf die Frage, ob die IKT „nur" eine neue Technologie sei, die die bestehenden wirtschaftlichen Machtstrukturen unberührt lasse oder ob sie die Chance biete, zu einer demokratischeren, kleinteiligeren Wirtschaftsstruktur zu kommen, antwortete Otte, dass die Technik bestenfalls neutral sei, schlechtestenfalls Großstrukturen begünstige.

Schließlich kam der Zusammenhang zwischen Desinformation und Finanzcrash zur Sprache. Darüber wurden auch nach Veranstaltungsende noch angeregte Gespräche geführt.

Die Diskussion ging auch nach Veranstaltungsende noch weiter.

Die Diskussion ging auch nach Veranstaltungsende noch weiter.

 

Max Otte signiert seine Bücher, die am Büchertisch von Boysen + Mauke erworben werden konnten.

Max Otte signiert Bücher.

Max Otte signiert Bücher.

 

Klaus Tochtermann und Max Otte diskutieren noch weiter.

Tochtermann und Otte diskutieren.

Tochtermann und Otte diskutieren.

Tochtermann und Otte diskutieren.

 

 

Zum Buch

Der Kollaps der Finanzmärkte war ein gigantischer Informationscrash. Aber auch viele andere Lebensbereiche stehen vor einem Zusammenbruch. Beim Einkaufen verwirren Produktvielfalt, Modellwechsel, Sondereditionen sowie undurchsichtige Preiskategorien. Auch Politik und Medien arbeiten bewusst mit Überinformationen, häufigen Themenwechseln, oft sogar mit bewussten Fehlinformationen, um sich im Kampf um die Aufmerksamkeit oder die Wählerstimmen durchzusetzen.

Der Crash unseres Finanzsystems war vorhersehbar. Max Otte prophezeite ihn in seinem Bestseller "Der Crash kommt". In "Der Informationscrash" legt der Finanzexperte und Börsianer des Jahres 2009 jetzt auch die Wurzel dieses Desasters offen: gezielte Desinformation durch unsere Banken, Konzerne, Politik und Medien. Otte sieht die Finanzkrise als Symptom einer gezielten Desinformation durch verschiedene gesellschaftliche Kräfte.
Der Autor deckt die in unserem Alltag längst verhafteten Desinformationsmechanismen auf, die den Bürger seiner Mündigkeit berauben. Er erläutert dabei nicht nur, warum diese in einen gesamtgesellschaftlichen Kollaps münden werden, sondern gibt gleichzeitig Hinweise, wie die Macht der Konzerne zu brechen ist und die Bevölkerung ihre Informationssouveränität zurückgewinnen kann.

Der Informationscrash zieht sich durch fast alle Bereiche des Lebens. Der Autor beschreibt leicht nachvollziehbar Szenen aus Politik, Finanzen, Arbeitswelt, Konsum und Medien. Mit klarer und allgemein verständlicher Sprache analysiert er die aktuellen Ereignisse und Hintergründe des Börsen- und Wirtschaftsgeschehens. Das Buch ist dabei exzellent recherchiert, unterhaltsam geschrieben, ohne dabei an Niveau einzubüßen.

Das Buch "Der Informationscrash - Wie wir systematisch für dumm verkauft werden" ist ist im Oktober 2009 beim Econ Verlag erschienen. Weitere Literatur von Max Otte finden Sie bei ECONIS, dem Online-Katalog der ZBW.

 

 

Zum Autor

Max Otte ist Professor für allgemeine und internationale Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Worms. Er ist Leiter des von ihm gegründeten Instituts für Vermögensaufbau GmbH in Köln (IFVA). Otte promovierte an der renommierten Princeton University in New Jersey. Er hat mehrere Dutzend Unternehmen und Organisationen in Managementfragen beraten, u. a. Hoechst, die Deutsche Bank, die Münchner Rückversicherung, debis, die Weltbank und das deutsche Wirtschaftsministerium.

 

 

Vorschau

Die nächste Lesung der Lesereihe des Wirtschaftsdienst wird sich dem Themenfeld der Staatsverschuldung zuwenden. Prof. Dr. Kai A. Konrad wird am 01.12.2010 sein Buch „Schulden ohne Sühne - Warum der Absturz der Staatsfinanzen uns alle trifft" präsentieren.

 

 

Zur Lesereihe des WIRTSCHAFTSDIENST

Zu der Lesereihe lädt der WIRTSCHAFTSDIENST alle zwei Monate Autoren - vor allem aus dem Bereich Wirtschaftspolitik - ein. Die Verfasser stellen dabei aktuelle Bücher zu wirtschaftswissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen vor. Ziel der Lesereihe ist es, den Autoren einen direkten Kontakt zu ihren Lesern zu vermitteln und ihre Bücher mit den Lesern des WIRTSCHAFTSDIENST, Besuchern der ZBW und anderen wirtschaftspolitisch Interessierten zu diskutieren. Die Buchvorstellungen sind öffentlich, der Eintritt ist frei.

 

Büchertisch

 

Bisherige Gäste der Lesereihe des WIRTSCHAFTSDIENST

  • September 2010: Prof. Dr. Martin Junkernheinrich, Inhaber des Lehrstuhls für Stadt-, Regional- und Umweltökonomie an der Technischen Universität Kaiserslautern, stellt seinen Beitrag "Kommunalfinanzen - Krisenreaktionen im Ländervergleich" aus dem Jahrbuch für Öffentliche Finanzen 2010 vor.
  • Juli 2010: Dr. Daniel Gros, Direktor des Centre for European Policy Studies (CEPS), und Dr. Sonja Sagmeister, Mitarbeiterin der ORF-Wirtschaftsredaktion, lesen aus "Nachkrisenzeit - Wie die erfolgreichste Denkfabrik Europas unsere Welt für die nächste Generation sieht".
  • Mai 2010: Prof. Dr. Thomas Eger, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Recht und Ökonomik an der Universität Hamburg, liest aus "Europäische Integration - Wirtschaft und Recht, Geschichte und Politik".
  • März 2010: Prof. Dr. Wolfgang Michalski, Hamburg Ambassador, liest aus "Hamburg - Erfolge und Erfahrungen in der globalisierten Welt".
  • Januar 2010: Prof. Dr. Sebastian Dullien, Professor für International Economics an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, liest aus „Der gute Kapitalismus ... und was sich dafür nach der Krise ändern müsste".
  • Oktober 2009: Dr. Ulrich Thielemann, Vizedirektor des Instituts für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen, liest aus „System Error - Warum der freie Markt zur Unfreiheit führt".
  • Juni 2009: Ulrich Schäfer, Ressortleiter der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung, liest aus „Der Crash des Kapitalismus".
  • April 2009: Prof. Dr. Claudia Kemfert, Energieexpertin des DIW, liest aus „Die andere Klimazukunft - Innovation statt Depression".
  • Februar 2009: Prof. Dr. Birger P. Priddat, Lehrstuhlinhaber für Politische Ökonomie der Privat-Universität Witten-Herdecke, liest aus „Karl Marx. Kommunismus als Kapitalismus 2ter Ordnung".
  • Dezember 2008: Prof. Dr. Heiner Flassbeck, zurzeit bei der UNCTAD, ehem. Staatssekretär unter Oskar Lafontaine, und Friederike Spiecker, freie Wirtschaftspublizistin, lesen aus „Das Ende der Massenarbeitslosigkeit".
  • Oktober 2008: Uwe Jean Heuser, Leiter des Wirtschaftsressorts der Wochenzeitung Die Zeit, liest aus „Humanomics. Die Entdeckung des Menschen in der Wirtschaft".
  • Mai 2008: Olaf Storbeck, Wirtschaftsredakteur des Handelsblatt, liest aus „Ökonomie 2.0. 99 überraschende Erkenntnisse".

Weitere Informationen

Donnerstag, 28. Oktober 2010, 18.00 Uhr

ZBW
Raum 519
Neuer Jungfernstieg 21
Hamburg

Eintritt: Eintritt frei

Downloads zur Veranstaltung

Claudia Sittner hilft Ihnen gerne weiter!

Telefon: +49-40-42834-332
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