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Buchvorstellung mit Udo Reifner: Die Geldgesellschaft

Nachbericht

Am 19.1.2011 stellte Prof. Dr. Udo Reifner sein Buch „Die Geldgesellschaft" in der ZBW Hamburg vor. Dr. Brigitte Preissl, Chefredakteurin von Wirtschaftsdienst und Intereconomics, moderierte.

Dr. Brigitte Preissl moderierte die Lesung.

Udo Reifner plädiert für den mündigen Kunden. Aus der Finanzkrise muss dieser lernen, immer wieder nachzufragen und sich nicht von dem „Banker-Latein" beeindrucken zu lassen. Dies interessierte weit mehr als 100 Zuhörer, die sich im Tagungsraum der ZBW Hamburg einfanden.

Jeder Stuhl ist bei Reifners Lesung besetzt.


Zunächst gab Reifner eine Anleitung, wie sein Buch zu lesen sei: Einige Kapitel bieten Grundlagenstoff, andere Anleitungen zum Handeln. Auf die Ursachen der Finanzkrise wird gleich zu Beginn eingegangen. Der Autor vertritt die Auffassung, dass die Finanzkrise nicht erst 2008 ausgebrochen ist. Er stellt fest: „Für mich hatte die Krise schon mit der Politik Ronald Reagans und Margaret Thatchers begonnen." Bereits in den 80er Jahren seien die Rechte der Kapitaleinkommensbezieher in den Vordergrund gerückt.

Udo Reifner stellt "Die Geldgesellschaft" vor.


Diese Verschiebung der Aufmerksamkeit habe dazu geführt, dass die Finanzmärkte immer stärker dereguliert worden seien. Udo Reifner betont, er habe die Politik schon seit langem davor gewarnt, dass dies auf Dauer nicht gut gehen könne. Riesige Renditen seien nicht ehrlich zu verdienen und die Wertzuwächse beim Vermögen nicht dauerhaft.
Die Neuausrichtung der Politik habe auch dazu geführt, dass die Gläubigersicht Vorrang bei der politischen Gestaltung gewinne. Sehr deutlich ist das bei der Bewältigung der Krisen zu spüren. Anstatt Banken wie die HRE in die Insolvenz gehen zu lassen, habe der Staat sie und damit die Gläubiger durch Garantien geschützt.

Udo Reifner stellt "Die Geldgesellschaft" vor.


„Aber den Mehrwert schafft derjenige, der den Kredit aufnimmt!" ist Reifner überzeugt. Dies gilt für Großunternehmen, aber auch für den einzelnen Bankkunden. Hier kritisiert der Autor die Banken vehement: „Banken nutzen die Not der Kreditnehmer aus und verlangen Wucherzinsen!"
Entsprechend fordert er auch als zentrale Elemente eines verantwortlichen Geldsystems ein Wucherverbot und die Beschränkung von Spiel und Wette. Er verlangt die Anbindung der Risikobewältigung an diejenigen, die die Risiken hervorbringen und steuern können und die Eindämmung jeder Form der Verantwortungslosigkeit durch kreditfinanzierte Kapitalinstitutionen.

Die Thesen von Reifner lösten eine lebhafte Diskussion aus, die noch lange im Foyer bei Wein und Snacks weiterging.

Die Diskussion geht auch im Foyer weiter.

Die Diskussion geht auch im Foyer weiter.

 

Zum Autor

Udo Reifner ist Professor für Wirtschaftsrecht und Soziologe an der Universität Hamburg und Direktor des Instituts für Finanzdienstleistungen e. V. in Hamburg. Mit über 200 wissenschaftlichen Veröffentlichungen und als Mitglied verschiedener Beraterkreise ist er fachlich ausgewiesen und zugleich als Leiter verschiedener SchülerBanking-Projekte sowie als Sprecher von GlobalFairFinance in der Praxis zu Hause. Er berät Verbraucherverbände und leitet Projekte zur finanziellen Allgemeinbildung an Hamburger Schulen.


Zum Buch

Ist die Finanzkrise vorbei? Können wir zur Tagesordnung übergehen? Haben wir die Fragen gelöst und wissen wir, wie es weiter geht? Antworten darauf liefert Udo Reifner in seinem 2010 erschienenen Lehrbuch und plädiert für ein grundlegend neues Verständnis des Geldes.

Die Analyse der Finanzkrise nimmt Udo Reifner zum Anlass für eine systematische allgemein verständliche Darstellung der modernen Geldgesellschaft. Verbrauchersicht und soziologische Perspektive verändern das Verständnis von der Anleger- zur Kreditkrise, stellen das Verhältnis von Geld- und Realwirtschaft vom Kopf auf die Füße. Dass auch die finanztechnischen Details übersetzt und verstanden werden können, zeigt dieser bisher einmalige Versuch finanzieller Allgemeinbildung zur Förderung von Wirtschaftsdemokratie.

Reifner hat aus 30 Jahren Erfahrung im Verbraucherschutz bei Finanzdienstleistern ein Lehrbuch gemacht, das vor allem ein grundlegendes Verständnis von Geld (in allen öffentlichen und privaten Formen) vermittelt und dabei die Finanz- und Wirtschaftskrise grundlegend erläutert.

Diese Buchvorstellung richtet sich an alle, die an Wirtschaft, Politik und Gesellschaft interessiert sind, besonders auch an Studierende und Dozierende der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.

Das Buch "Die Geldgesellschaft - Aus der Finanzkrise lernen" ist im Januar 2010 beim Vs Verlag erschienen. In Auszügen (S. 1-90) ist es bei Google Books verfügbar.

Weitere Literatur von Udo Reifner finden Sie bei ECONIS, dem Online-Katalog der ZBW.

 

Inhalt

Geldkollaps: Was ist passiert?
Geldpolitik: Wie wird regiert?
Geldsystem: Was ist das Finanzsystem?
Geldprobleme: Wie kam es zur Krise?
Geldrecht: Wo blieb die staatliche Kontrolle?
Geldideologie: Wie sollen wir die Krise verstehen?
Geldperspektiven: Was können wir tun?


 

Zur Lesereihe des Wirtschaftsdienst

Zu der Lesereihe lädt der Wirtschaftsdienst alle zwei Monate Autoren - vor allem aus dem Bereich Wirtschaftspolitik - ein. Die Verfasser stellen dabei aktuelle Bücher zu wirtschaftswissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen vor. Ziel der Lesereihe ist es, den Autoren einen direkten Kontakt zu ihren Lesern zu vermitteln und ihre Bücher mit den Lesern des Wirtschaftsdienst, Besuchern der ZBW und anderen wirtschaftspolitisch Interessierten zu diskutieren. Die Buchvorstellungen sind öffentlich, der Eintritt ist frei.

Der Büchertisch von Boysen + Mauke


Bisherige Gäste der Lesereihe des Wirtschaftsdienst

  • Dezember 2010: Prof. Dr. Kai A. Konrad, Direktor am Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht, präsentiert sein gemeinsamt mit Holger Zschäpitz verfasstes Buch "Schulden ohne Sühne - Warum der Absturz der Staatsfinanzen uns alle trifft".
  • Oktober 2010: Prof. Dr. Max Otte, Leiter des Instituts für Vermögensaufbaus in Köln, stellt "Der Informationscrash - Wie wir systematisch für dumm verkauft werden" vor.
  • September 2010: Prof. Dr. Martin Junkernheinrich, Inhaber des Lehrstuhls für Stadt-, Regional- und Umweltökonomie an der Technischen Universität Kaiserslautern, stellt seinen Beitrag "Kommunalfinanzen - Krisenreaktionen im Ländervergleich" aus dem Jahrbuch für Öffentliche Finanzen 2010 vor.
  • Juli 2010: Dr. Daniel Gros, Direktor des Centre for European Policy Studies (CEPS), und Dr. Sonja Sagmeister, Mitarbeiterin der ORF-Wirtschaftsredaktion, lesen aus "Nachkrisenzeit - Wie die erfolgreichste Denkfabrik Europas unsere Welt für die nächste Generation sieht".
  • Mai 2010: Prof. Dr. Thomas Eger, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Recht und Ökonomik an der Universität Hamburg, liest aus "Europäische Integration - Wirtschaft und Recht, Geschichte und Politik".
  • März 2010: Prof. Dr. Wolfgang Michalski, Hamburg Ambassador, liest aus "Hamburg - Erfolge und Erfahrungen in der globalisierten Welt".
  • Januar 2010: Prof. Dr. Sebastian Dullien, Professor für International Economics an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, liest aus „Der gute Kapitalismus ... und was sich dafür nach der Krise ändern müsste".
  • Oktober 2009: Dr. Ulrich Thielemann, Vizedirektor des Instituts für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen, liest aus „System Error - Warum der freie Markt zur Unfreiheit führt".
  • Juni 2009: Ulrich Schäfer, Ressortleiter der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung, liest aus „Der Crash des Kapitalismus".
  • April 2009: Prof. Dr. Claudia Kemfert, Energieexpertin des DIW, liest aus „Die andere Klimazukunft - Innovation statt Depression".
  • Februar 2009: Prof. Dr. Birger P. Priddat, Lehrstuhlinhaber für Politische Ökonomie der Privat-Universität Witten-Herdecke, liest aus „Karl Marx. Kommunismus als Kapitalismus 2ter Ordnung".
  • Dezember 2008: Prof. Dr. Heiner Flassbeck, zurzeit bei der UNCTAD, ehem. Staatssekretär unter Oskar Lafontaine, und Friederike Spiecker, freie Wirtschaftspublizistin, lesen aus „Das Ende der Massenarbeitslosigkeit".
  • Oktober 2008: Uwe Jean Heuser, Leiter des Wirtschaftsressorts der Wochenzeitung Die Zeit, liest aus „Humanomics. Die Entdeckung des Menschen in der Wirtschaft".
  • Mai 2008: Olaf Storbeck, Wirtschaftsredakteur des Handelsblatt, liest aus „Ökonomie 2.0. 99 überraschende Erkenntnisse".

Weitere Informationen

Mittwoch, 19. Januar 2011, 18.00 Uhr

ZBW
Raum 519
Neuer Jungfernstieg 21
Hamburg

Eintritt: Eintritt frei

Downloads zur Veranstaltung

Vs Verlag

www.vs-verlag.de/

Institut für Finanzdienstleistungen e. V. Hamburg

news.iff-hh.de/

Claudia Sittner hilft Ihnen gerne weiter!

Telefon: +49-40-42834-332
E-Mail



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