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Buchvorstellung mit Jochen Bittner: So nicht, Europa!
Nachbericht
Jochen Bittner blickt auch in schweren Zeiten optimistisch in die Zukunft der Europäischen Union. Das wurde bei der Diskussion seiner Thesen im gut besuchten Tagungsraum der ZBW deutlich, als der Autor sein Buch „So nicht, Europa!" vorstellte.
Die Veranstaltung fand im Rahmen der Europawoche 2012 in Kooperation mit dem Europa-Kolleg Hamburg statt. Dr. Konrad Lammers, Forschungsdirektor am Institute for European Integration des Europa-Kolleg, moderierte.




Zunächst einmal nannte Jochen Bittner die drei großen Fehler der EU:
- Sie regelt Kleines zu groß und Großes zu klein: Während die Gurkenkrümmung genau nach EU-Norm vermessen wird, schaffen es die EU-Länder nicht, ihre militärischen Verteidigungsstrategien so zu koordinieren, dass Synergien erreicht und damit Ressourcen gewonnen werden können.
- Sie regelt Weiches zu hart und Hartes zu weich: Die EU-Parlamentarier stehen rasch auf und zeigen auf jedes Unrecht in der Welt, solange sie nicht wirklich in die Verantwortung genommen werden können. Aber als es darum ging, Griechenland rechtzeitig zu disziplinieren, waren sie still.
- Sie ist oben zu schnell und unten zu langsam: Die Verantwortlichen in der EU möchten immer mehr Handlungsfelder europäisieren, während die Bürger immer stärker von der europäischen Idee abrücken.




In der von Konrad Lammers moderierten Diskussion ging es dann vor allem um die Bürgerferne Brüssels. Jochen Bittner vertrat die Auffassung, dass es in der EU an einer ausgereiften Diskussionskultur fehle: „Über europäische Fragen muss mehr auf der öffentlichen Bühne gestritten werden." Und dafür sei mehr Nüchternheit und weniger Pathos nötig. Wer die EU kritisiert sei deshalb noch lange kein Gegner der EU - ganz im Gegenteil. Für das europäische Projekt steht es insgesamt gar nicht so schlecht, wie es in der Öffentlichkeit häufig dargestellt werde.
Dies wurde anschließend im Vorraum bei Wasser, Wein und Häppchen gerne aufgenommen und noch lebhaft weiter diskutiert.

Zum Buch
Die drei großen Fehler der EU
Die Europäische Union ist mächtiger als je zuvor. Zugleich ist sie bei ihren Bürgern so unbeliebt wie nie. Brüssel gilt als Synonym für eine Kaste anonymer Apparatschiks, die sich wenig um Volkes Meinung scheren. Die Stichworte "Eurokrise" und der dazugehörige "Euro-Rettungsschirm" verbessern die Stimmung nicht gerade. Aber warum fällt das Urteil der EU-Bürger gegenüber ihrer Union eigentlich so schlecht aus? Jochen Bittner hat die Europäische Union gründlich unter die Lupe genommen und kommt zu dem Fazit, dass die EU drei große Fehler macht.
Das Buch "So, nicht Europa! Die drei großen Fehler der EU" wurde als aktualisierte und erweiterte Neuausgabe im Juli 2011 bei dtv premium veröffentlicht. Eine Leseprobe aus dem Buch finden Sie hier.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Europawoche 2012 in Kooperation mit dem Europa-Kolleg Hamburg statt.
Dr. Konrad Lammers, Forschungsdirektor am Institute for European Integration des Europa-Kolleg, wird die Veranstaltung moderieren.
Zum Autor
Dr. Jochen Bittner studierte Jura und Philosophie, ist seit 2001 politischer Redakteur bei der ZEIT und war von 2007 bis 2011 als Europa- und NATO-Korrespondent in Brüssel. Heute gilt er aufgrund seiner Artikel und seinem Blog auf www.zeit.de als eine der wichtigsten Stimmen zum Thema EU.
Europäisches Dokumentationszentrum der ZBW
Diese Lesung findet im Rahmen der Europawoche 2012 statt. In diesem Kontext möchten wir gern auf das Europäische Dokumentationszentrum (EDZ) der ZBW - Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft - hinweisen.
Dort können Sie sich über Veröffentlichungen der Europäischen Union informieren. Europäische Dokumentationszentren gehören zum Informationsnetzwerk der Europäischen Kommission. Ihre Aufgabe ist es, den Zugang zu den EU-Veröffentlichungen vor Ort zu erleichtern. Zu diesem Zweck versorgt die Europäische Kommission jedes EDZ möglichst umfassend mit ihren Publikationen. Lesen Sie hier mehr dazu.
Zur Lesereihe des Wirtschaftsdienst
Zu der Lesereihe lädt der Wirtschaftsdienst alle zwei Monate Autoren - vor allem aus dem Bereich Wirtschaftspolitik - ein. Die Verfasser stellen dabei aktuelle Bücher zu wirtschaftswissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen vor. Ziel der Lesereihe ist es, den Autoren einen direkten Kontakt zu ihren Lesern zu vermitteln und ihre Bücher mit den Lesern des Wirtschaftsdienst, Besuchern der ZBW und anderen wirtschaftspolitisch Interessierten zu diskutieren. Die Buchvorstellungen sind öffentlich, der Eintritt ist frei.

Bisherige Gäste der Lesereihe des Wirtschaftsdienst
- März 2012: Prof. Dr. Bert Rürup, Gründer und Vorstandsmitglied der MaschmeyerRürup AG, stellt das Buch "Fette Jahre - Warum Deutschland eine glänzende Zukunft hat" vor.
- Januar 2012: Prof. Dr. Joseph Vogl, Humboldt-Universität zu Berlin, stellt im Gespräch mit Prof. Dr. Bertram Schefold, Universität Frankfurt a.M., das Buch "Das Gespenst des Kapitals" vor.
- Dezember 2011: Prof. Dr. Werner Plumpe, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Goethe Universität in Frankfurt am Main, stellt "Wirtschaftskrisen - Geschichte und Gegenwart" vor.
- Juni 2011: Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué, Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Wirtschaft an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, stellt "Wachstum! Die Zukunft des globalen Kapitalismus" vor.
- Februar 2011: Prof. Dr. Arne Heise, Professor für Finanzwissenschaft am Fachbereich Sozialökonomie der Universität Hamburg, und Prof. Dr. Jürgen Kromphardt, emeritierter Professor für Wirtschaftstheorie an der TU Berlin und Vorsitzender der Keynes-Gesellschaft, stellen den Sammelband "Methodenpluralismus in den Wirtschaftswissenschaften" vor.
- Januar 2011: Prof. Dr. Udo Reifner, Direktor des Instituts für Finanzdienstleistungen e. V., stellt sein "Die Geldgesellschaft - Aus der Finanzkrise lernen" vor.
- Dezember 2010: Prof. Dr. Kai A. Konrad, Direktor am Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht, präsentiert sein gemeinsamt mit Holger Zschäpitz verfasstes Buch "Schulden ohne Sühne - Warum der Absturz der Staatsfinanzen uns alle trifft".
- Oktober 2010: Prof. Dr. Max Otte, Leiter des Instituts für Vermögensaufbaus in Köln, stellt "Der Informationscrash - Wie wir systematisch für dumm verkauft werden" vor.
- September 2010: Prof. Dr. Martin Junkernheinrich, Inhaber des Lehrstuhls für Stadt-, Regional- und Umweltökonomie an der Technischen Universität Kaiserslautern, stellt seinen Beitrag "Kommunalfinanzen - Krisenreaktionen im Ländervergleich" aus dem Jahrbuch für Öffentliche Finanzen 2010 vor.
- Juli 2010: Dr. Daniel Gros, Direktor des Centre for European Policy Studies (CEPS), und Dr. Sonja Sagmeister, Mitarbeiterin der ORF-Wirtschaftsredaktion, lesen aus "Nachkrisenzeit - Wie die erfolgreichste Denkfabrik Europas unsere Welt für die nächste Generation sieht".
- Mai 2010: Prof. Dr. Thomas Eger, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Recht und Ökonomik an der Universität Hamburg, liest aus "Europäische Integration - Wirtschaft und Recht, Geschichte und Politik".
- März 2010: Prof. Dr. Wolfgang Michalski, Hamburg Ambassador, liest aus "Hamburg - Erfolge und Erfahrungen in der globalisierten Welt".
- Januar 2010: Prof. Dr. Sebastian Dullien, Professor für International Economics an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, liest aus „Der gute Kapitalismus ... und was sich dafür nach der Krise ändern müsste".
- Oktober 2009: Dr. Ulrich Thielemann, Vizedirektor des Instituts für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen, liest aus „System Error - Warum der freie Markt zur Unfreiheit führt".
- Juni 2009: Ulrich Schäfer, Ressortleiter der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung, liest aus „Der Crash des Kapitalismus".
- April 2009: Prof. Dr. Claudia Kemfert, Energieexpertin des DIW, liest aus „Die andere Klimazukunft - Innovation statt Depression".
- Februar 2009: Prof. Dr. Birger P. Priddat, Lehrstuhlinhaber für Politische Ökonomie der Privat-Universität Witten-Herdecke, liest aus „Karl Marx. Kommunismus als Kapitalismus 2ter Ordnung".
- Dezember 2008: Prof. Dr. Heiner Flassbeck, zurzeit bei der UNCTAD, ehem. Staatssekretär unter Oskar Lafontaine, und Friederike Spiecker, freie Wirtschaftspublizistin, lesen aus „Das Ende der Massenarbeitslosigkeit".
- Oktober 2008: Uwe Jean Heuser, Leiter des Wirtschaftsressorts der Wochenzeitung Die Zeit, liest aus „Humanomics. Die Entdeckung des Menschen in der Wirtschaft".
- Mai 2008: Olaf Storbeck, Wirtschaftsredakteur des Handelsblatt, liest aus „Ökonomie 2.0. 99 überraschende Erkenntnisse".
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