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Buchvorstellung mit Paul Welfens: Die Zukunft des Euro

Nachbericht

Gleich zu Beginn der Präsentation seines Buches „Die Zukunft des Euro" am 9. Oktober in der ZBW Hamburg klärte Prof. Paul J.J. Welfens die aktuellen Fragen: „Griechenland sollte in der Europäischen Währungsunion bleiben, aber eine Sanierung wird es nicht ohne Kosten geben." Dass es soweit kommen musste, führt Welfens auf mangelnde Transparenz und die zu geringe Bereitschaft zurück, auf eine Harmonisierung der Statistiken innerhalb des Euroraums zu dringen. Eine gemeinsame Software, mit der die Budgetprozesse auch am aktuellen Rand beobachtet werden können, würde dir EWU-Mitglieder in Zukunft vor Überraschungen bewahren. Zur Perspektive Griechenlands meinte er: „Natürlich sind Reformen erforderlich. Insbesondere eine Privatisierung von Staatsvermögen kann sehr viele Mittel für die Rückzahlung der Staatsverschuldung freisetzen. Die langfristige Wachstumsstrategie sollte sich auf moderne Dienstleistungen aus dem IKT-Bereich richten."

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Die Eurokrise umfasst eine Banken-, eine Staatsfinanzen- und eine Wirtschaftskrise, die nach Auffassung von Welfens nur gemeinsam gelöst werden können. Dies werde nicht leichter durch eine dramatische Übersteigerung der prognostizierten Haftungsrisiken für die Gläubigerstaaten. Dabei werde übersehen, dass Deutschland durch einen Zinssatz auf seine Staatsanleihen, der deutlich unter dem EU-Durchschnitt liegt, sogar von der Krise profitiert.

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Darüber hinaus betont Welfens: „Der Europäische Rat dominiert die Krisenbewältigung, während sich die EU-Kommission im Hintergrund hält." Diese Konstellation vermittle den Eindruck, dass nationale Interessen und Differenzen zunehmend in den Vordergrund treten. Hier sieht Welfens Widerstände gegen die von ihm favorisierte langfristige Lösung der Probleme durch eine politische Union.

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Nach dem Vortrag eröffnete Moderatorin Dr. Brigitte Preissl die Fragerunde mit dem Publikum. Die Diskussion konzentrierte sich dabei vor allem auf die Griechenlandfrage. Gefordert wurde eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, die Eindämmung der Kapitalflucht und der Steuerhinterziehung.

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Anschließend wurde bei Wasser, Wein und Häppchen noch lebhaft weiter diskutiert.

 

 

Zum Buch

Die europäische Staatsschuldenkrise und ihre Überwindung

Die Schuldenkrise ist zu einer Bedrohung für über 300 Millionen Bürgerinnen und Bürger der Eurozone geworden. Die Proteste in den Krisenländern, in denen die Menschen unter einer wirtschaftlich prekären Situation leiden, schwellen an. In den Geberländern schwindet der Wille zur Hilfe. Eine Anti-Euro-Stimmung macht sich breit, und es steigt die Angst vor einem neuen Nationalismus. Wie konnte es so weit kommen?

In einer Zeit, in der selbst die Politik teilweise den Überblick verloren hat, sorgt dieses Buch mit seinen klaren Analysen für die notwendige ökonomische und gesellschaftliche Aufklärung. Es weist sinnvolle Wege aus der Krise und zeigt, wie die Euro-Zone nachhaltig stabilisiert werden kann. Am Schluss gehen drei Szenarien der Frage nach: Wie steht es um die Zukunft des Euro?

 

Das Buch "Die Zukunft des Euro: Die europäische Staatsschuldenkrise und ihre Überwindung" wurde im April 2012 bei Nicolai Verlag Berlin veröffentlicht. Mehr Informationen zum Buch finden Sie hier.

Dr. Brigitte Preissl, Chefredakteurin des Wirtschaftsdienst, wird die Veranstaltung moderieren.

Weitere Literatur von Paul J. J. Welfens finden Sie bei ECONIS, dem Online-Katalog der ZBW.

 

»Paul J.J. Welfens legt mit diesem Buch eine eindrucksvolle Analyse der Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone vor. Seine Kritik am IWF ist mutig, und seine Empfehlungen an die Politik sind gleichermaßen innovativ wie konkret. Lesenswert!«

 

Zum Inhalt

Teil I: Die Chronologie

  • Euro-Absturz
  • Euro-Zone vor verschärfter Krise
  • Die Länder der Dreierkrise
  • Transatlantische Bankenkrise und US-Haushaltsdefizite
  • Euro-Start

Teil II: Der Hintergrund

  • Lissabon-Agenda 2010 und Leistungsbilanzposition
  • Ein Blick auf die Krisenpunkte
  • Gibt es historische Vergleichsfälle zur Euro-Krise? US/EU-Perspektiven
  • Lehren aus der Lateinamerika-Krise und Wirkungen einer Schuldenrestrukturierung
  • Krisensignale übersehen: IWF versagt und glänzt dann als Feuerwehr
  • Rolle der Europäischen Zentralbank
  • Hilfspakete aus deutscher Sicht
  • Nationale Interessenspolitik und Globalisierung: Einige Widersprüche

Teil III: Der Ausblick

  • Euro vor dem Abgrund?
  • Institutioneller Reformbedarf
  • Herkules-Fonds als Ansatz zur Lösung der Griechenlandkrise
  • Politikinnovation: EZB-Euro-Anleihen
  • Vorschlag zur Krisenlösung durch den Sachverständigenrat und Target2-Problem
  • Nachhaltige Wirtschaftspolitik gefragt

Teil IV: Szenarien

  • Euro-Zerfall, Schulden-Schluckauf oder Nachhaltige EU-Stabilisierung
  • Europa neu erfinden?

 

 

Zum Autor
Paul J.J. Welfens ist Jean Monnet Professor für Europäische Wirtschaftsintegration und Inhaber des Lehrstuhls für Makroökonomik an der Bergischen Universität in Wuppertal. Er ist Präsident des Europäischen Instituts für Internationale Wirtschaftsbeziehungen.

Sein besonderes Forschungsinteresse gilt Fragen von Wachstum, Europäischer Integration, Nachhaltigkeit und digitaler Weltwirtschaft. Welfens hat mehr als 60 wissenschaftliche Beiträge und 40 Bücher verfasst bzw. herausgegeben und ist Mitherausgeber des Journals „International Economics and Economic Policy".

 

 

Zur Lesereihe des Wirtschaftsdienst

Zu der Lesereihe lädt der Wirtschaftsdienst alle zwei Monate Autoren - vor allem aus dem Bereich Wirtschaftspolitik - ein. Die Verfasser stellen dabei aktuelle Bücher zu wirtschaftswissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen vor. Ziel der Lesereihe ist es, den Autoren einen direkten Kontakt zu ihren Lesern zu vermitteln und ihre Bücher mit den Lesern des Wirtschaftsdienst, Besuchern der ZBW und anderen wirtschaftspolitisch Interessierten zu diskutieren. Die Buchvorstellungen sind öffentlich, der Eintritt ist frei.

Büchertisch


Bisherige Gäste der Lesereihe des Wirtschaftsdienst

  • Juli 2012: Prof. Dr. Helge Peukert, Hochschuldozent an der Universität Erfurt, stellt sein Buch „Die große Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise" vor.
  • Mai 2012: Dr. Jochen Bittner, politischer Redakteur bei der ZEIT, stellt sein Buch "So nicht, Europa! Die drei großen Fehler der EU" vor.
  • März 2012: Prof. Dr. Bert Rürup, Gründer und Vorstandsmitglied der MaschmeyerRürup AG, stellt das Buch "Fette Jahre - Warum Deutschland eine glänzende Zukunft hat" vor.
  • Januar 2012: Prof. Dr. Joseph Vogl, Humboldt-Universität zu Berlin, stellt im Gespräch mit Prof. Dr. Bertram Schefold, Universität Frankfurt a.M., das Buch "Das Gespenst des Kapitals" vor.
  • Dezember 2011: Prof. Dr. Werner Plumpe, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Goethe Universität in Frankfurt am Main, stellt "Wirtschaftskrisen - Geschichte und Gegenwart" vor.
  • Juni 2011: Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué, Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Wirtschaft an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, stellt "Wachstum! Die Zukunft des globalen Kapitalismus" vor.
  • Februar 2011: Prof. Dr. Arne Heise, Professor für Finanzwissenschaft am Fachbereich Sozialökonomie der Universität Hamburg, und Prof. Dr. Jürgen Kromphardt, emeritierter Professor für Wirtschaftstheorie an der TU Berlin und Vorsitzender der Keynes-Gesellschaft, stellen den Sammelband "Methodenpluralismus in den Wirtschaftswissenschaften" vor.
  • Januar 2011: Prof. Dr. Udo Reifner, Direktor des Instituts für Finanzdienstleistungen e. V., stellt sein "Die Geldgesellschaft - Aus der Finanzkrise lernen" vor.
  • Dezember 2010: Prof. Dr. Kai A. Konrad, Direktor am Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht, präsentiert sein gemeinsamt mit Holger Zschäpitz verfasstes Buch "Schulden ohne Sühne - Warum der Absturz der Staatsfinanzen uns alle trifft".
  • Oktober 2010: Prof. Dr. Max Otte, Leiter des Instituts für Vermögensaufbaus in Köln, stellt "Der Informationscrash - Wie wir systematisch für dumm verkauft werden" vor.
  • September 2010: Prof. Dr. Martin Junkernheinrich, Inhaber des Lehrstuhls für Stadt-, Regional- und Umweltökonomie an der Technischen Universität Kaiserslautern, stellt seinen Beitrag "Kommunalfinanzen - Krisenreaktionen im Ländervergleich" aus dem Jahrbuch für Öffentliche Finanzen 2010 vor.
  • Juli 2010: Dr. Daniel Gros, Direktor des Centre for European Policy Studies (CEPS), und Dr. Sonja Sagmeister, Mitarbeiterin der ORF-Wirtschaftsredaktion, lesen aus "Nachkrisenzeit - Wie die erfolgreichste Denkfabrik Europas unsere Welt für die nächste Generation sieht".
  • Mai 2010: Prof. Dr. Thomas Eger, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Recht und Ökonomik an der Universität Hamburg, liest aus "Europäische Integration - Wirtschaft und Recht, Geschichte und Politik".
  • März 2010: Prof. Dr. Wolfgang Michalski, Hamburg Ambassador, liest aus "Hamburg - Erfolge und Erfahrungen in der globalisierten Welt".
  • Januar 2010: Prof. Dr. Sebastian Dullien, Professor für International Economics an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, liest aus „Der gute Kapitalismus ... und was sich dafür nach der Krise ändern müsste".
  • Oktober 2009: Dr. Ulrich Thielemann, Vizedirektor des Instituts für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen, liest aus „System Error - Warum der freie Markt zur Unfreiheit führt".
  • Juni 2009: Ulrich Schäfer, Ressortleiter der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung, liest aus „Der Crash des Kapitalismus".
  • April 2009: Prof. Dr. Claudia Kemfert, Energieexpertin des DIW, liest aus „Die andere Klimazukunft - Innovation statt Depression".
  • Februar 2009: Prof. Dr. Birger P. Priddat, Lehrstuhlinhaber für Politische Ökonomie der Privat-Universität Witten-Herdecke, liest aus „Karl Marx. Kommunismus als Kapitalismus 2ter Ordnung".
  • Dezember 2008: Prof. Dr. Heiner Flassbeck, zurzeit bei der UNCTAD, ehem. Staatssekretär unter Oskar Lafontaine, und Friederike Spiecker, freie Wirtschaftspublizistin, lesen aus „Das Ende der Massenarbeitslosigkeit".
  • Oktober 2008: Uwe Jean Heuser, Leiter des Wirtschaftsressorts der Wochenzeitung Die Zeit, liest aus „Humanomics. Die Entdeckung des Menschen in der Wirtschaft".
  • Mai 2008: Olaf Storbeck, Wirtschaftsredakteur des Handelsblatt, liest aus „Ökonomie 2.0. 99 überraschende Erkenntnisse".

Weitere Informationen

Dienstag, 9. Oktober 2012, 18.00 Uhr

ZBW - Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft
Raum 519
Neuer Jungfernstieg 21
20354 Hamburg

Eintritt: Eintritt frei

Downloads zur Veranstaltung

Claudia Sittner hilft Ihnen gerne weiter!

Telefon: +49-40-42834-332
E-Mail



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