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Buchvorstellung mit Martin Hellwig: Des Bankers neue Kleider

Nachbericht

Was bei Banken wirklich schiefläuft und was sich ändern muss

Die Bankenkrise hat Wirtschaft und Politik nach wie vor im Griff – und keineswegs sind die Folgen schon ausgestanden. Die Regulierung der Banken muss dringend strikter werden, damit es nicht wieder zu Problemen kommt, findet Martin Hellwig. Um das Bewusstsein in der Bevölkerung für den Kern der Finanzkrise zu stärken, hat er gemeinsam mit der Ökonomie-Professorin aus Stanford Anat Admati das Buch „Des Bankers neue Kleider“ geschrieben. Er hofft, dass breitere Kenntnisse über die Mechanismen mit dazu beitragen, politischen Druck gegen die Banken-Lobby aufzubauen. „Diese Lobby, aber auch manche Wissenschaftler erzählen Unsinn. Sie verschleiern die wahren Kosten der Krise für die Steuerzahler und stellen die Wirkungsweise von Bankregulierungen falsch dar.“

Wesentlich für eine Stabilisierung des globalen Finanzsystems sei die Anhebung der Eigenkapitalquote für Banken. Die zentrale Botschaft des Buches: „Nicht wie im Reformpaket des Basler Ausschusses der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich – genannt Basel III – nach der Krise gefordert 3% Eigenkapital an der Bilanzsumme sind nötig, sondern 20% bis 30%.“ Höhere Eigenkapitalquoten werden aber von der Banken-Lobby heftig bekämpft. Sie behauptet, es käme zu einer Kreditklemme – allerdings ist davon tatsächlich bei einem sehr niedrigen Zinsniveau nirgends etwas zu entdecken. Außerdem meint der Buchautor: „Wenn die Eigenkapitalquote steigt, dann sinkt das Risiko einer Insolvenz. Dies gilt aber nur dann, wenn sie auf der Basis eines echten und nicht eines risikogewichteten Werts – wie es seit den Vorschriften von Basel II möglich ist – berechnet wird.“

Drei Ursachen der Krise benennt Hellwig:

  1. Qualitätsmängel bei Subprime-Krediten,
  2. Übermaß an Verschuldung und Fristentransformation bei Banken und
  3. eine fehlerhafte Systemarchitektur.

Die hohen Fremdkapitalanteile der Banken hatten zunächst eine sehr positive Hebelwirkung auf die Gesamtkapitalrentabilität, in der Krise zeigte sich jedoch, dass der Leverage-Effekt auch umgekehrt wirkt – er sorgt für besonders hohe Verluste. Gegen diese Probleme hilft eine Erhöhung der Eigenkapitalquote. Ein Trennbankensystem hätte die Krise auch nicht verhindern können, so Hellwig, zumal Lehman Brothers eine Investmentbank ohne normales Bankgeschäft war. Auf Nachfragen stellt Hellwig allerdings fest, dass Risiken im Kreditgeschäft sich langfristiger aufbauen und wohl leichter erkennbar sind – dies spricht dann doch für eine Trennung.

Susanne Erbe moderiert die Veranstaltung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Susanne Erbe moderierte die Veranstaltung.

Martin Hellwig spricht über "Des Bankers neue Kleider"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Martin Hellwig spricht über "Des Bankers neue Kleider"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Vortrag eröffnete Susanne Erbe die Fragerunde mit dem Publikum. In der lebhaften Diskussion ging es um die Durchsetzbarkeit seines Vorschlags, das Outright-Monetary-Transactions-Programm der EZB, für das sich Hellwig „widerwillig“ ausspricht und um die europäische Bankenaufsicht, deren Ansiedlung bei der EZB von Hellwig negativ beurteilt wird. Anschließend diskutierten die Zuhörer bei Wasser, Wein und Häppchen noch entspannt weiter.

Susanne Erbe vom Wirtschaftsdienst führte durch die anschließende Diskussion.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Veranstaltungsraum war bis auf den letzten Platz besetzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Diskussion mit Martin Hellwig setzte sich auch im Foyer weiter fort.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Diskussion setzte sich auch im Foyer weiter fort.

 

Die Diskussion mit Martin Hellwig setzte sich auch im Foyer weiter fort.

 

 

 

 

 

 

 

 

Schließlich signierte Hellwig noch sein Buch, das am Büchertisch von Boysen + Mauke erhältlich war.

 

 

 

 

 

 

 

 

Schließlich signierte Hellwig noch sein Buch, das am Büchertisch von Boysen + Mauke erhältlich war.

 

Die Diskussion setzte sich im Foyer fort.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Buch

In den letzten Jahren dominiert ein Thema die Schlagzeilen: die Finanzkrise und die maroden Banken. Und wer bezahlt, wenn mal wieder eine Bank aus dem Ruder läuft? Die Sparer und die Steuerzahler! Trotzdem schaffen es die Banker immer wieder, sich strengeren Reglements zu entziehen, und tischen dafür die aberwitzigsten Argumente auf. Anat Admati und Martin Hellwig kommen in ihrem Buch eindeutig zu dem Schluss, dass es keineswegs notwendig ist, die Vorzüge des Systems zu opfern, um die Banken gesünder und sicherer zu machen.

Martin Hellwig stellt sein Buch am 15. Oktober 2013 in der ZBW Hamburg vor. Susanne Erbe, stellvertretende Chefredakteurin des Wirtschaftsdienst, wird die Veranstaltung moderieren.

Das Buch „Des Bankers neue Kleider - Was bei den Banken schiefläuft und was sich ändern muss“ erscheint im September 2013 beim FinanzBuch Verlag. Weitere Literatur von Martin Hellwig finden Sie bei ECONIS, dem Online-Katalog der ZBW. Informationen zum Buch finden Sie auf der englischsprachigen Website zum Original "The Bankers' New  Clothes".

 

Zu Martin Hellwig

Prof. Dr. Martin Hellwig gehört zu den forschungsstärksten deutschen Ökonomen. Er studierte VWL und promovierte am weltberühmten Massachusetts Institute of Technology (MIT). Er war an den Universitäten Stanford, Princeton, Harvard und Mannheim tätig. Er ist Direktor am Max- Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn.

 

Zur Veranstaltungsreihe des Wirtschaftsdienst

Zu der Veranstaltungsreihe lädt der Wirtschaftsdienst alle zwei Monate Autoren - vor allem aus dem Bereich Wirtschaftspolitik - ein. Die Verfasser stellen aktuelle Bücher zu wirtschaftswissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen vor. Ziel der Reihe ist es, den Autoren einen direkten Kontakt zu ihren Lesern zu vermitteln und ihre Bücher mit den Lesern des Wirtschaftsdienst, Besuchern der ZBW und anderen wirtschaftspolitisch Interessierten zu diskutieren. Die Buchvorstellungen sind öffentlich, der Eintritt ist frei.


Bisherige Gäste der Lesereihe des Wirtschaftsdienst

  • Juni 2013: Thomas Fricke, WirtschaftsWunder-­Blog, stellt sein Buch "Wie viel Bank braucht der Mensch? Raus aus der verrückten Finanzwelt" vor.
  • April 2013: Dr. Susanne Schmidt, Finanzexpertin und Wirtschaftsjournalistin, stellt ihr Buch "Das Gesetz der Krise: Wie die Banken die Politik regieren" vor.
  • Februar 2013: Prof. Dr. Joachim Weimann, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftspolitik an der Otto-­von­-Guericke­-Universität Magdeburg, stellt sein gemeinsam mit Andreas Knabe und Robbie Schöb verfasstes Buch "Geld macht doch glücklich - wo die ökonomische Glücksforschung irrt" vor.
  • Januar 2013: Prof. Dr. Peter Bofinger, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, stellt sein Buch "Zurück zur D-Mark? Deutschland braucht den Euro" vor.
  • Oktober 2012: Prof. Dr. Paul J. J. Welfens, Jean Monnet Professor für Europäische Wirtschaftsintegration und Inhaber des Lehrstuhls für Makroökonomik an der Bergischen Universität in Wuppertal, stellt sein Buch "Die Zukunft des Euro: Die europäische Staatsschuldenkrise und ihre Überwingdung" vor.
  • Juli 2012: Prof. Dr. Helge Peukert, Hochschuldozent an der Universität Erfurt, stellt sein Buch „Die große Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise" vor.
  • Mai 2012: Dr. Jochen Bittner, politischer Redakteur bei der ZEIT, stellt sein Buch "So nicht, Europa! Die drei großen Fehler der EU" vor.
  • März 2012: Prof. Dr. Bert Rürup, Gründer und Vorstandsmitglied der MaschmeyerRürup AG, stellt das Buch "Fette Jahre - Warum Deutschland eine glänzende Zukunft hat" vor.
  • Januar 2012: Prof. Dr. Joseph Vogl, Humboldt-Universität zu Berlin, stellt im Gespräch mit Prof. Dr. Bertram Schefold, Universität Frankfurt a.M., das Buch "Das Gespenst des Kapitals" vor.
  • Dezember 2011: Prof. Dr. Werner Plumpe, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Goethe Universität in Frankfurt am Main, stellt "Wirtschaftskrisen - Geschichte und Gegenwart" vor.
  • Juni 2011: Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué, Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Wirtschaft an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, stellt "Wachstum! Die Zukunft des globalen Kapitalismus" vor.
  • Februar 2011: Prof. Dr. Arne Heise, Professor für Finanzwissenschaft am Fachbereich Sozialökonomie der Universität Hamburg, und Prof. Dr. Jürgen Kromphardt, emeritierter Professor für Wirtschaftstheorie an der TU Berlin und Vorsitzender der Keynes-Gesellschaft, stellen den Sammelband "Methodenpluralismus in den Wirtschaftswissenschaften" vor.
  • Januar 2011: Prof. Dr. Udo Reifner, Direktor des Instituts für Finanzdienstleistungen e. V., stellt sein "Die Geldgesellschaft - Aus der Finanzkrise lernen" vor.
  • Dezember 2010: Prof. Dr. Kai A. Konrad, Direktor am Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht, präsentiert sein gemeinsamt mit Holger Zschäpitz verfasstes Buch "Schulden ohne Sühne - Warum der Absturz der Staatsfinanzen uns alle trifft".
  • Oktober 2010: Prof. Dr. Max Otte, Leiter des Instituts für Vermögensaufbaus in Köln, stellt "Der Informationscrash - Wie wir systematisch für dumm verkauft werden" vor.
  • September 2010: Prof. Dr. Martin Junkernheinrich, Inhaber des Lehrstuhls für Stadt-, Regional- und Umweltökonomie an der Technischen Universität Kaiserslautern, stellt seinen Beitrag "Kommunalfinanzen - Krisenreaktionen im Ländervergleich" aus dem Jahrbuch für Öffentliche Finanzen 2010 vor.
  • Juli 2010: Dr. Daniel Gros, Direktor des Centre for European Policy Studies (CEPS), und Dr. Sonja Sagmeister, Mitarbeiterin der ORF-Wirtschaftsredaktion, lesen aus "Nachkrisenzeit - Wie die erfolgreichste Denkfabrik Europas unsere Welt für die nächste Generation sieht".
  • Mai 2010: Prof. Dr. Thomas Eger, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Recht und Ökonomik an der Universität Hamburg, liest aus "Europäische Integration - Wirtschaft und Recht, Geschichte und Politik".
  • März 2010: Prof. Dr. Wolfgang Michalski, Hamburg Ambassador, liest aus "Hamburg - Erfolge und Erfahrungen in der globalisierten Welt".
  • Januar 2010: Prof. Dr. Sebastian Dullien, Professor für International Economics an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, liest aus „Der gute Kapitalismus ... und was sich dafür nach der Krise ändern müsste".
  • Oktober 2009: Dr. Ulrich Thielemann, Vizedirektor des Instituts für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen, liest aus „System Error - Warum der freie Markt zur Unfreiheit führt".
  • Juni 2009: Ulrich Schäfer, Ressortleiter der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung, liest aus „Der Crash des Kapitalismus".
  • April 2009: Prof. Dr. Claudia Kemfert, Energieexpertin des DIW, liest aus „Die andere Klimazukunft - Innovation statt Depression".
  • Februar 2009: Prof. Dr. Birger P. Priddat, Lehrstuhlinhaber für Politische Ökonomie der Privat-Universität Witten-Herdecke, liest aus „Karl Marx. Kommunismus als Kapitalismus 2ter Ordnung".
  • Dezember 2008: Prof. Dr. Heiner Flassbeck, zurzeit bei der UNCTAD, ehem. Staatssekretär unter Oskar Lafontaine, und Friederike Spiecker, freie Wirtschaftspublizistin, lesen aus „Das Ende der Massenarbeitslosigkeit".
  • Oktober 2008: Uwe Jean Heuser, Leiter des Wirtschaftsressorts der Wochenzeitung Die Zeit, liest aus „Humanomics. Die Entdeckung des Menschen in der Wirtschaft".
  • Mai 2008: Olaf Storbeck, Wirtschaftsredakteur des Handelsblatt, liest aus „Ökonomie 2.0. 99 überraschende Erkenntnisse".

Weitere Informationen

Dienstag, 15. Oktober 2013, 18.00 Uhr

ZBW
Raum 519
Neuer Jungfernstieg 21
Hamburg

Eintritt: Eintritt frei

Downloads zur Veranstaltung

Claudia Sittner hilft Ihnen gerne weiter!

Telefon: +49-40-42834-332
E-Mail



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