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Ökonomie der Zeit: Does Time Matter?

Pressemitteilung

16.04.2019

Im März hat der Verkehrsausschuss des EU-Parlaments für eine Abschaffung der Zeitumstellung ab dem Jahr 2021 gestimmt. Martin T. Braml vom ifo Institut und Gabriel Felbermayr vom IfW Kiel untersuchen in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst, ob es eine optimale Zeitzone für ein Land gibt und ob ein "Zeitzonenflickenteppich" tatsächlich mit hohen ökonomischen Kosten einhergeht. Dabei kommen sie zu dem Schluss, dass es sich bei der Zeitmessung um ein rein nominales Konstrukt handelt: beispielsweise könnte die japanische Zeit auf der Basis einer reinen Umrechnung (alles +8 Stunden) eingeführt werden.

Braml und Felbermayr kommen zu dem Schluss, dass die Wahl der Zeitzone irrelevant ist. Denn es ist anzunehmen, "dass die sich am Sonnenlicht orientierenden Lebensgewohnheiten den Tagesablauf viel mehr bestimmen als irgendeine künstliche Zeitmessung", erläutern die Autoren. Aus diesem Grund würde auch ein Flickenteppich an Zeitzonen in Europa langfristig keinen Einfluss haben, da die Orientierung an den Sonnenstunden im Vordergrund stehen würde. Es lohne sich aber darüber nachzudenken, ob nicht am besten alle Länder die Weltuhrzeit (UTC), also die Greenwich-Normalzeit, verwenden sollten. "Dann ersparten wir uns das mühsame Umrechnen zwischen Zeitzonen und die daraus resultierenden Missverständnisse", betonen die Autoren.

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