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Abwertung beitragsfreier Zeiten in der Rentenversicherung

Pressemitteilung

13.09.2018

Leistungskürzungen in der gesetzlichen Rentenversicherung führen dazu, dass gegenwärtig tatsächlich geringere Renten ausgezahlt werden. Tim Köhler-Rama von der Hochschule des Bundes zeigt dies in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst, indem er die Versicherungsbiografie seines Vaters dem fiktiven identischen Versicherungsverlauf des 28 Jahre später geborenen Sohnes gegenüberstellt. Dabei stellte sich heraus: In den letzten 30 Jahren wurden zahlreiche Leistungen zurückgenommen, die das Erreichen der Standardrente zur Illusion machen.

Besonders die rentenrechtliche Entwertung beitragsfreier Zeiten führt zu einem tatsächlich niedrigeren Absicherungsniveau des Sohnes. Am schwersten wiegt dabei der vollständige Wegfall von Schul- und Hochschulzeiten sowie von Phasen der Langzeitarbeitslosigkeit aus der Berechnung. Trotz der Annahme eines identischen Versicherungsverlaufs fällt die Rente des Vaters um knapp ein Fünftel höher aus, und der Sohn verfügt im Vergleich über drastisch niedrigere Rentenanwartschaften.

Die Suche nach einem „Verlässlichen Generationenvertrag“ fokussiert sich auf das Rentenniveau, das Bundesfinanzminister Scholz bis 2040 sichern möchte. Um jedoch Altersarmut zu vermeiden und Einkommenssicherheit im Alter zu schaffen, ist das Leistungs- und damit Absicherungsniveau entscheidend. Die Abwertung beitragsfreier Zeiten lagert im Kern soziale Ausgleichselemente und den Versicherungsgedanken selbst aus dem Rentenrecht aus. Ob die Ausbildung oder Zeiten beitragsfreier Arbeitslosigkeit als „versicherungsfremd“ bewertet werden oder deren Berücksichtigung Kernbestandteil einer Sozialversicherung ist, sollte in der Rentendiskussion zum Thema gemacht werden.

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