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Corona-Update

Pressemitteilung

15.05.2020

Homeoffice: Nach der Krise ist vor der Krise
Wer hätte vor Corona gedacht, dass ausgerechnet ein Virus die Digitalisierung und Flexibilisierung von Arbeit vorantreiben würde? Erst der auferlegte Zwang hat zu einer breiteren und intensiveren Nutzung von Homeoffice und anderen Formen des mobilen und virtuellen Arbeitens geführt, kommentiert Susanne Mütze-Niewöhner von der Rheinisch-Westfälischen TH Aachen.

Gleichberechtigung: Salto vorwärts oder rückwärts?
Es ist derzeit nicht ausgemacht, wie das Corona-Experiment ausgeht: Ob wir einen Salto vorwärts oder rückwärts in Sachen Gleichberechtigung machen. Ob sich die Ungleichheit in der Krise reduziert oder reproduziert, wird davon abhängen, was Betriebe, Sozialpartner und Staat sowie wir alle aus dieser Krise lernen, kommentiert Christina Boll vom Deutschen Jugendinstitut.

Corona-Krise: Königreich für einen Flickenteppich
Viele Ökonomen sind in der Minderheit, wenn sie auf die Vorteile von föderalistisch differenzierten Maßnahmen bei der Lockerung der Corona-Beschränkungen verweisen. Dabei gibt es für regional unterschiedliche Regeln grundsätzlich und insbesondere in der Corona-Krise gute Gründe, kommentieren Gabriel Felbermayr und Jürgen Stehn vom IfW.

Contact-Tracing-App: Mit Anreizen und Tempo zur App
Eine Contact-Tracing-App zur Nachverfolgung von Infektionsketten würde eine frühzeitige Isolierung von Infizierten erheblich vereinfachen. Sie hat das Potenzial, die bislang weitgehend händische Arbeit der Gesundheitsämter skalierbar zu machen, betont Dominik Rehse vom ZEW.

COVID-19, Grippewellen und ökonomische Aktivität – die Perspektive der Wirkungsanalyse
Die öffentliche Diskussion zur Corona-Krise nimmt an Schärfe zu. Der Streit ließe sich klären, wenn man an randomisierte, kontrollierte Studien angelehnte Wirkungsanalysen durchführen könnte. Dies ist mangels Kontrollgruppe aber nicht möglich, führt Adalbert Winkler von der Frankfurt School of Finance & Management aus.

ESM-Kredite zur Bekämpfung der Corona-Krise greifen zu kurz
Am 9. April 2020 einigten sich die Finanzminister der Eurozone auf Kreditlinien beim Europäischen Stabilisierungsmechanismus (ESM), um der Corona-Krise entgegenzutreten. Nur wenige Staaten hätten jedoch überhaupt Vorteile gegenüber einer zehnjährigen Staatsanleihe im eigenen Land. Auch ist der Umfang der ESM-Kredite begrenzt, stellt Hans-Bernd Schäfer von der Bucerius Law School fest.

Kommunale Finanzen in der Corona-Krise: Effekte und Reaktionen
Die kommende Rezession hat über die Gewerbe- und Einkommensteuer direkte Auswirkungen auf die Gemeindefinanzen. Infolge der unterjährigen Vorauszahlungen werden diese Rückgänge bereits kurzfristig wirksam. Ronny Freier (Technische Hochschule Wildau) und René Geißler (Bertelsmann Stiftung) schätzen in ihrem Beitrag die finanziellen Effekte.

Auswirkungen der Corona-Krise auf die europäische Klimaschutzpolitik
Den kurzfristig geringer zu erwartenden Treibhausgasemissionen stehen aufgrund der erwarteten Rezession mittel- und langfristig niedrigere Preise für Emissionsrechte gegenüber. Das erschwert den ökonomisch-rationalen Wechsel der Unternehmen auf klimafreundlichere Produktionstechnologien, betont Thomas M. Treptow von der Internationalen Berufsakademie.

Der steuerliche Umgang mit Verlusten: Reformoptionen für die Corona-Krise
Viele Unternehmen erleiden durch die Corona-Pandemie Verluste. Das deutsche Steuersystem behandelt Gewinne und Verluste asymmetrisch: Während Gewinne sofort versteuert werden müssen, führen Verluste oft nicht zu direkten Steuererstattungen. Reinald Koch und Dominika Langenmayr von der KU Eichstätt-Ingolstadt diskutieren verschiedene Möglichkeiten, wie die steuerliche Behandlung von Unternehmen in Verlustsituationen verbessert werden kann.

Unternehmensinsolvenzen: Corona-Krise verstört
Schon vor der Corona-Krise mehrten sich aber die Alarmsignale. Mit dem verordneten Shutdown in Europa und den USA sind gravierende wirtschaftliche Folgen nicht mehr vermeidbar, die trotz Staatshilfen auch das Insolvenzgeschehen stark beeinflussen werden, betonen Klaus-Heiner Röhl und Gerit Vogt vom IW fest.

Weltweiter Corona-Schock am Arbeitsmarkt
Der Konjunktureinbruch wirkt sich auf dem Arbeitsmarkt in einem drastischen Rückgang der Beschäftigung aus. Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (2020) wird sich die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden im Jahr 2020 weltweit um 6,7 % verringern, stellt Klaus-Jürgen Gern, Philipp Hauber und Ulrich Stolzenburg vom IfW fest.

 

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