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Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss

Pressemitteilung

14.12.2017

"Leistungsbilanzungleichgewichte sind längst kein rein deutsches, sondern vielmehr ein globales Phänomen", stellen Bastian Alm und Sebastian Weins (derzeit Gastwissenschaftler an der University of California, Berkeley) im aktuellen Wirtschaftsdienst fest. Daher fordern sie mit Blick auf die WTO-Ministerkonferenz in Buenos Aires, dass die WTO globalen Leistungsbilanzungleichgewichten mehr Beachtung schenken und entsprechende Politikmaßnahmen vorantreiben sollte.

"Der deutsche Leistungsbilanzsaldo – die Summe aus Außenbeitrag, Primäreinkommensaldo und Sekundäreinkommensaldo – ist traditionell positiv", erläutern die Autoren. Allerdings konnte Deutschland den 2011 festgelegten Schwellenwert des Ungleichgewichteverfahrens der Europäischen Kommission von maximal +6% des BIP nicht mehr einhalten. Der Überschuss stieg bis 2016 auf durchschnittlich 7,4% an.

Eine einheitliche ökonomische Meinung zu den Ursachen und Auswirkungen globaler Leistungsbilanzungleichgewichte gebe es nicht. Nahezu unstrittig sei jedoch, dass dauerhafte Ungleichgewichte innerhalb einer Volkswirtschaft deren Anfälligkeit für Krisen erhöhen. Alm und Weins argumentieren daher für einen multilateralen Ansatz, der eine Ausgewogenheit der Leistungsbilanzsalden zwischen den Staaten herstellt. Dafür schlagen sie unter dem Dach der WTO eine Erweiterung des Mechanismus über handelspolitische Überprüfungen (Trade Policy Reviews) vor.

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