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Regionale Konvergenz: Der ländliche Raum schlägt sich gut

Pressemitteilung

14.06.2018

Trotz eines starken Urbanisierungstrends der Bevölkerung hat seit dem Jahr 2000 eine spürbare Konvergenz zwischen städtischen und ländlichen Regionen in Deutschland stattgefunden. Das liegt daran, dass die räumliche Konzentration der Bevölkerung durch die Wanderung in die Städte bislang aber nicht von einer vergleichbaren Zentralisierung der Wirtschaftsaktivität begleitet wurde, erläutert Klaus-Heiner Röhl vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst. Der ländliche Raum konnte seinen Anteil am deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) vielmehr konstant halten, sodass sein Rückstand je Einwohner gegenüber den Wirtschaftszentren schrumpft.

Dabei zeigt die Entwicklung des BIP je Erwerbstätigem in verschiedenen Regionstypen, dass das relative Zurückfallen der Städte bezogen auf ihre Wirtschaftsleistung nicht auf eine verringerte Erwerbsbeteiligung im Rahmen der Zuwanderung zurückzuführen ist. "Die urbanen Arbeitsmärkte haben die zusätzlichen Kräfte aufgenommen, doch geschah dies zum Preis einer schwächeren Entwicklung der Arbeitsproduktivität", betont Röhl.

Es spricht allerdings vieles dagegen, dass dieser Konvergenzprozess sich noch lange fortsetzen wird. Auf dem Land dürfte der Fachkräftemangel in den kommenden Jahrzehnten durch den demografischen Wandel stark zunehmen und zu einer Verlagerung von Wertschöpfung in die urbanen Räume beitragen. "Der ländliche Raum insgesamt braucht jedoch Konzepte zur Bewältigung der großen Herausforderungen durch den demografischen Wandel, der die Wirtschaft und die Lebensverhältnisse hier stärker und eher als in den städtischen Regionen erfassen wird", schließt Röhl.

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