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Eine vermessene Gesellschaft braucht Transparenz

Pressemitteilung

19.12.2018

Ende Oktober 2018 hat der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen das Gutachten "Verbrauchergerechtes Scoring" vorgelegt. Es geht dabei um die Praxis, immer mehr Aspekte des Verhaltens der Bürger durch "Scores" vorherzusagen oder zu steuern. In der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst analysieren Gerd Gigerenzer, Felix G. Rebitschek und Gert G. Wagner die Folgen dieser Entwicklung und leiten daraus fünf Forderungen für den Umgang mit Scoring ab.

Zunächst solle der Gesetzgeber Transparenz sicherstellen, indem er dafür sorgt, dass Scoring-Anbieter den Verbrauchern alle Merkmale, auf deren Basis sie gescort werden, auf verständliche und leicht zugängliche Weise offenlegen. Darüber hinaus müsse die Qualität von Scores und Daten gewährleistet werden, indem Vorhersagequalität von Bonitäts-Scores beispielsweise von einer unabhängigen "Digitalagentur" überprüft sowie irreführende Kennzeichnungen aufgedeckt und verhindert werden.

Diese Digitalagentur könnte zudem Aufsichtsbehörde sein. Zuletzt sollte die De-Anonymisierung und Zusammenführung einzelner Scores zu einem Super-Score durch kommerzielle Konzerne frühzeitig beobachtet und verhindert werden. "Die Industrie setzt auf Scoring von immer mehr Lebensbereichen, aber es gibt wenig Wissen, wenig Transparenz und so gut wie keine Qualitätskontrolle. Die Antwort darauf lautet Transparenz, Qualitätskontrolle, kompetente Aufsichten und kein Super-Score", fassen Gigerenzer, Rebitschek und Wagner zusammen.

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