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Energiewende und Industriestandort Deutschland

Pressemitteilung

14.08.2018

Häufig wird befürchtet, dass die Kosten der Energiewende die Wettbewerbsfähigkeit und die Attraktivität des Industriestandorts Deutschland einschränken. Die Politik hat auf diese Befürchtungen mit Ausnahmeregelungen geantwortet, um die deutsche Industrie zu schützen. Jürgen Blazejczak von der Hochschule Merseburg sowie Dietmar Edler, Martin Gornig und Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigen in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst, dass in nur wenigen Industriezweigen gleichzeitig hohe Energiekosten und eine hohe Exportintensität auftreten.

Die Autoren heben hervor: „Dort, wo hohe Energiekostenanteile und eine hohe Außenhandelsintensität – wie in der chemischen Industrie oder in der Metallerzeugung – zusammentreffen, ist der Anpassungsdruck hoch. … Wirtschaftspolitische Maßnahmen, die eine schockartige Belastung der betroffenen Unternehmen verhindern, scheinen daher durchaus gerechtfertigt.“ Solche Maßnahmen sollten jedoch klug gewählt werden, damit genügend Spielräume für die Anpassung bei geänderten Rahmenbedingungen vorhanden sind. „Ausnahmen für energieintensive Industrien sind nur dann sinnvoll, wenn sie zeitlich befristet und degressiv ausgerichtet und gleichzeitig innovationsfördernd sind. So sollte die Gewährung von Ausnahmen an Technologieinnovationen gekoppelt werden“, schlagen die Autoren vor.

Sie sehen eine große Gefahr in der einseitigen Ausrichtung der politischen Maßnahmen und fordern daher, die „umfangreichen Ausnahmen für energieintensive Industrien … auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren und mehr und mehr durch ein innovationsorientiertes Förderkonzept zu ersetzen“.

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