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Instrumente der Klimapolitik: effiziente Steuerung oder verfehlte Staatseingriffe?

Pressemitteilung

18.03.2019

Deutschland wird seine klimapolitischen Ziele für 2020 verfehlen. Jetzt muss entschieden gehandelt werden, um die Treibhausgasemissionen in den folgenden Jahrzehnten drastisch zu senken. Hubertus Bardt, Thilo Schaefer, Manuel Frondel, Stefan Thomas, Manfred Fischedick, Marc Oliver Bettzüge und Oliver Hennesdiskutieren im aktuellen Zeitgespräch des Wirtschaftsdienst, wie eine effiziente Steuerung der Klimapolitik gelingen kann.

Bardt und Schaefer verweisen darauf, dass Deutschland eine Vorreiterrolle einnehmen könne, wenn es gelingt, Klimaschutz und industrielle Produktion miteinander zu vereinbaren. "Würde hingegen das deutsche Beispiel zeigen, dass Klimaschutz zulasten von industriell basiertem Wohlstand geht, würden andere Länder von höheren Ambitionen abgeschreckt", schließen die Autoren.

Frondel diskutiert die Vorteile eines global einheitlichen CO2-Preises, der die Voraussetzung für kosteneffizienten Klimaschutz bildet. "Andernfalls besteht die Gefahr, dass Klimaschutzvorreiter wie Deutschland Treibhausgasemissionen zu hohen Kosten reduzieren, während kostengünstige Vermeidungsmaßnahmen in Trittbrett fahrenden Ländern nicht ergriffen würden", betont er.

Thomas und Fischedick weisen darauf hin, dass eine effiziente Steuerung der Energiewende auch eine Wärme-, Industrie- und Mobilitätswende einschließen muss. "Es bedarf einer gezielten Kombination sektor- und technologie- sowie oft zielgruppenspezifischer Instrumente und deren intelligenter Verknüpfung, um Hemmnisse für die Akteure in den sektoralen und oft technologiespezifischen Wertschöpfungsketten bei Gebäuden, im Verkehr, bei Industrieanlagen, abzubauen", erläutern die Autoren.

Bettzüge und Hennes ordnen die Größe der Herausforderungen ein, die erforderlich sind, um die deutschen Klimaziele 2030 zu erreichen. "Angesichts der Größenordnung der absehbaren Belastungen erscheint der Vergleich zu dem sogenannten Lastenausgleich nicht abwegig, mit dem seit 1952 die Heterogenität der jeweiligen wirtschaftlichen Belastungen durch die Kriegsfolgen zum Ausgleich gebracht worden ist", stellen die Autoren fest.

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