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Musterfeststellungsklage könnte deutsche Käufer von Diesel-Pkw entschädigen

Pressemitteilung

16.04.2018

Die Installation von Manipulationssoftware in Diesel-Pkw von Volkswagen führt in den USA und in Deutschland zu unterschiedlichen Konsequenzen. Die deutschen Käufer werden weniger oder gar nicht entschädigt, weil weder die staatliche Regulierung noch die privatrechtliche Haftung wirksam gegriffen haben. Jetzt besteht die Gefahr, dass ihre Ansprüche zum Jahresende verjähren. "In Ermangelung eines wirksamen Instruments zur Bündelung gleichgelagerter Interessen haben etwa 7000 Betroffene individuell VW verklagt. Hinzu kommen fast 40 000 Kläger, die über das Unternehmen myRight klagen, dessen Geschäftsmodell eine privatautonom gestaltete Sammelklage für Konsumenten ist", fassen Hans-Bernd Schäfer und Ben Fuhrmann in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst zusammen.

Die Autoren erläutern die Mängelrechte der Käufer im Fall Volkswagen wie Nachlieferung, Mangelbeseitigung sowie deliktsrechtliche Ansprüche gegen Volkswagen. Bisher sei die Volkswagen AG in Deutschland in einer viel besseren Verhandlungsposition als in den USA. Dies könne sich jedoch durch eine neue Gesetzeslage noch ändern, wenn die neue Musterfeststellungsklage wie angekündigt bis zum November 2018 verwirklicht wird und die Verjährungsfrist für alle Betroffenen bis zum Jahresende unterbrochen werden kann. "Dann würde es vorteilhaft für die Volkswagen AG, unter dem Damoklesschwert einer neuen Rechtslage allen Betroffenen den unentgeltlichen Einbau des neuen Betriebssystems und mehr anzubieten", schließen Schäfer und Fuhrmann.

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