Ein Service der

Rettung für das europäische Zertifikatesystem

Pressemitteilung

17.10.2019

Die Europäische Kommission hat sich das Ziel, eines klimaneutralen Europas bis 2050, gesetzt. Dies zu erreichen, bedarf einer effizienten Umsetzung. Ein Ansatzpunkt ist das europäische Zertifikatesystem (EU-ETS). "Ausgeschlossen ist jedoch, dass mit diesem Ansatz das umweltpolitische Ziel der CO2-Neutralität 2050 erreicht und gehalten werden kann", betont Frank P. Maier-Rigaud in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst. Das bestehende System verfüge mit der Carbon-Leakage-Liste über viele Ausnahmen für große Industrieunternehmen. Zudem sei der Handel mit den Emissionsrechten ein unnötig komplexes System, das mit einer Ausdehnung auf den Transportsektor und die privaten Haushalte an seine Grenzen stoße.

CO2-Emissionen stehen in einem festen Verhältnis zu den eingesetzten Gas-, Kohle- und Erdölmengen. Auf dieser Grundlage schlägt Maier-Rigaud vor, einzig und allein bei den Produzenten sowie Importeuren von Gas, Öl und Kohle anzusetzen und das EU-ETS auf diese zu beschränken. Auf dem europäischen Binnenmarkt wären das weniger als 1000 Adressaten, was den bürokratischen Aufwand minimal halten würde. Die Produzenten sowie Importeure von Gas, Öl und Kohle wären dann alleinige Nachfrager auf dem Zertifikatemarkt und mit ihnen würden 100 % des CO2-Ausstoßes in Europa erfasst werden. "Es wäre eine in jeder Hinsicht sinnvolle Ex-ante-Entbürokratisierung, die auch über 2050 hinaus die für ein klimaneutrales Wirtschaften notwendigen Preissignale effizient bereitstellen könnte", schließt Maier-Rigaud.

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