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Verlorenes Glück – Zufriedenheitsverluste in der Corona-Krise

Pressemitteilung

14.08.2020

Wenige Ereignisse haben eine so universelle Betroffenheit ausgelöst wie die COVID-19-Pandemie und die politischen Maßnahmen, die zu ihrer Eindämmung getroffen wurden. Neben der gesundheitlichen Gefährdung steht der massive Wirtschaftseinbruch und seine Folgen im Fokus. Damit einhergehende psychosoziale und gesellschaftliche Kosten finden dagegen bisher geringere Beachtung. In der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst analysieren Michael Ahlheim, Stefan Bruckmeyer, Kai A. Konrad und Lisa Windsteiger jetzt den Verlust von Lebenszufriedenheit anhand der Frage nach dem subjektiven Wohlbefinden. Sie können zeigen, dass Verluste vor allem bei Selbständigen, insbesondere bei Solo-Selbständigen und Unternehmerinnen, deren Tätigkeit ohnehin mit größeren Unsicherheiten und einer geringeren sozialen Absicherung verbunden ist, auftreten.

Die Abbildung zeigt, dass innerhalb der Gruppe der Selbständigen diejenigen, die angaben, dass ihr Unternehmen bzw. Gewerbe infolge der COVID-19-Krise geringere Einnahmen zu verbuchen hatte oder den Betrieb ganz einstellen musste, eine Einbuße an Lebenszufriedenheit in Höhe von 1,81 Punkten aufweisen. Ein Nachteil beruflicher Selbständigkeit sei, dass diese Berufsgruppe im Krisenfall in viel geringerem Umfang Anspruch auf sozialstaatliche Unterstützungsleistungen hat und die finanziellen Risiken ihrer Berufstätigkeit weitgehend selbst tragen müsse. Insgesamt offenbart die Studie, dass die psychologischen Kosten der COVID-19-Krise bei Selbständigen deutlich stärker ausgeprägt sind als im Durchschnitt der Bevölkerung und dass innerhalb dieser Gruppe Solo-Selbständige und selbständig tätige Frauen besonders hart von Verlusten an Lebenszufriedenheit getroffen sind.

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