Seit dem Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise wird die lang anhaltende Niedrigzinsphase zunehmend kontrovers diskutiert. Dabei kommt dem Zusammenhang zwischen dem Zinssatz r und der Wachstumsrate g eine zentrale Rolle zu: So leiten einige Autoren bei r < g eine Begründung für eine expansivere Fiskalpolitik ab. Diesem Thema widmen sich auch die Autoren Carl Christian von Weizsäcker und Hagen Krämer in ihrem aktuellen Buch „Sparen und Investieren im 21. Jahrhundert – Die große Divergenz“. Sie erörtern die Rolle der Determinanten des Zinses im Gleichgewicht aus Sparen und Investieren und leiten politische Implikationen ab. Die zentrale Grundthese ist, dass der negative Realzins ein Indikator dafür ist, dass zu viel gespart wird. Daraus ergibt sich die Forderung nach einer politischen Wende, weg von der Begrenzung der Staatsschulden, hin zu einer Reduktion des Sparüberschusses. Sowohl die Theorie als auch die Politikimplikation haben auf Fachkonferenzen ein breites Echo gefunden. Da diese Diskussionen im Streit der Denkschulen sehr lehrreich sind, sollen in diesem Zeitgespräch sowohl die Autoren als auch ihre Kritiker Hans-Werner Sinn, Peter Bofinger sowie Eckhard Hein zu Wort kommen, die jeweils ihre Sicht der Theorie und Evidenz zum Thema vorstellen.

  • Sparen und Investieren im 21. Jahrhundert: Das Ende der Kapitalknappheit

    Hagen Krämer, Hochschule Karlsruhe
    Carl Christian von Weizsäcker, Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern

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  • Staatsverschuldung und dynamische Ineffizienz: Warum der Münchhausen-Trick nicht funktioniert

    Hans-Werner Sinn, ifo Institut für Wirtschaftsforschung

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  • Sparen und Investieren im Spannungsfeld widerstreitender Paradigmen

    Peter Bofinger, Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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  • Sparen und Investieren im 21. Jahrhundert – die post-keynesianische Perspektive

    Eckhard Hein, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR)

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© Der/die Autor(en) 2020

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DOI: 10.1007/s10273-020-2710-7