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Zeitgespräch

Globalisierung in der Krise?

Die Globalisierung hat im vergangenen Jahrzehnt deutlich an Geschwindigkeit verloren. Der Welthandel wuchs in den 2010er Jahren langsamer als die Weltproduktion. Protektionistische Tendenzen bremsen den Welthandel, auch wenn der Multilateralismus nach der Präsidentschaft Donald Trumps wieder an Rückhalt gewonnen hat. Auch die Corona-Pandemie und Lieferengpässe haben Sand in das Getriebe der Globalisierung gestreut. Lediglich der internationale Handel mit Dienstleistungen zeigt noch ein robustes Wachstum. Deutschlands enge wirtschaftliche Verflechtung mit der Welt bedeutet auch, dass Störungen in Lieferketten oder Nachfrageeinbrüche während einer Pandemie äußerst negativ zu bewerten sind und geeignete Strategien für die globale Gesundheitssicherheit verfolgt werden sollten. Foto: picture alliance/ASSOCIATED PRESS/Uncredited

Unternehmen

Warum gründen Frauen seltener?

2020 wurden in Deutschland 537.000 Unternehmen gegründet, darunter waren laut KfW ca. 47.000 Start-ups, das sind gerade mal 8 %. Schauen wir bei den Existenzgründungen auf Geschlechterverteilungen, so waren Frauen an allen Gründungen mit 38 % beteiligt. Bei den (kapitalintensiven) Start-up-Gründungen lag ihr Anteil nur bei 16 %. Was hindert Frauen daran zu gründen? Ein Kommentar von Claudia Gather und Ingrid Biermann.

Leitartikel

Jens Weidmanns Mahnungen sollten vernehmbar bleiben

Im Oktober verkündete Jens Weidmann überraschend seinen Rücktritt als Bundesbankpräsident zu Ende 2021. Das ist zu bedauern, da ein sehr guter, kritisch denkender und sympathischer Ökonom die Bundesbank verlässt. Aber eine „Katastrophe für unser Geld“, wie die Bild-Zeitung schreibt, ist der Rücktritt nicht. Der Leitartikel von Ulrike Neyer.

Ökonomische Trends

Crowdworking

Durch den Fortschritt digitaler Technologien sind in den vergangenen Jahren neue Formen der Erwerbsarbeit entstanden. Neben dem klassischen Arbeitsmarkt bieten nun auch Online-Plattformen die Möglichkeit zur Vermittlung von Arbeitsaufträgen. Auf nationaler wie auch EU-Ebene steht die Plattform­arbeit verstärkt im Fokus der politischen Debatte, schreibt Daniel Erdsiek.

Grafik des Monats

Fehlende Vormaterialien

in %; Quelle: ifo Konjunkturumfragen 10/2021.
Die Abbildung zeigt den Anteil der Unternehmen, deren Produktion durch einen Mangel an Vorprodukten behindert wird. Der Wert für Q4 2021 entspricht der Oktoberumfrage. Zum Artikel von Joscha Beckmann, Klaus-Jürgen Gern und Nils Jannsen.

Vorschau

Wirtschaftsdienst 12/2021

Zeitgespräch: Mindestlohn

Analysen und Berichte: Überakkumulation oder Investitionslücke? (K. Kellermann, C.-H. Schlag); Wege aus der ökonomischen Desinformation (S. Blesse, F. Heinemann, T. Krieger)