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Zeitgespräch

Inflation nach Corona: Sind die Sorgen berechtigt?

Im August 2021 wird die deutsche Inflationsrate voraussichtlich auf 3,9 % steigen. Ein Teil davon dürfte einmaligen oder vorübergehenden Effekten geschuldet sein. Hierzu zählen in Deutschland vor allem die Rücknahme der Mehrwertsteuersenkung, die Ausweitung der CO2-Bepreisung sowie Preisanstiege durch die Knappheit von Rohstoffen und Vorprodukten. Dennoch mag es strukturelle Gründe für eine steigende Inflation geben. So werden zum Teil die lockere Geldpolitik und das neue Inflationsziel der EZB für höhere Inflationsrisiken verantwortlich gemacht. Außerdem führt die expansive Fiskalpolitik der neuen US-Administration zu höheren Preissteigerungsraten in den USA. Ob die Möglichkeit einer Lohn-Preis-Spirale besteht und ob die Inflationsmessung verbesserungsfähig ist, wird ebenfalls im Rahmen dieses Zeitgesprächs diskutiert.

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Minderheitsregierung: ein Lösungsansatz?

Es wird viel über mögliche Koalitionen nach der Bundestagswahl spekuliert. Eine Annahme ist dabei immer, dass die neue Bundesregierung eine Mehrheit im Bundestag haben sollte. Wird dies tatsächlich unterstellt, dann ist nach den derzeitigen Umfrageergebnissen klar, dass jede der möglichen Koalitionen mindestens drei Parteien umfassen muss. Unbeachtet ist bisher geblieben, dass keine dieser beiden Dreierkoalitionen im Bundesrat eine Mehrheit hätte. Ein Kommentar von Michael Broer

Neues Konjunkturrisiko

Engpässe bei Materialien und Vorprodukten

In den vergangenen Monaten sind Lieferengpässe bei Vorprodukten wie Halbleitern und Materialien wie Stahl, Holz und Kunststoffen zu einem wichtigen Belastungsfaktor für die Wirtschaftsentwicklung geworden. Im August 2021 berichteten in ifo-Unternehmensbefragungen 70 % der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, dass derartige Engpässe ihre Produktion behindern. Das ist ein historischer Rekordwert. Der Leitartikel von Clemens Fuest.

Grafik des Monats

Entwicklung Ausgaben und Einnahmen des Bundes

Quelle: BMF, 2021; in Mrd. Euro.

Die Werte beziehen sich auf den Finanzplan des Bundes von 2020 bis 2024. Mehr dazu im Beitrag Ausgabenspielräume der Bundesregierung: zwischen Schuldenbremse und Steuererhöhung von Matthias Diermeier, Michael Hüther und Thomas Obst.

Bildungsmonitor 2021

Spürbare Impulse nötig

Damit sich die Ungleichheit der Bildungschancen nicht weiter verschärft, sind spürbare Bildungsimpulse nötig. Axel Plünnecke kommentiert die Vorschläge, die der Bildungsmonitor 2021 dazu macht.

Renteneintrittsalter

Gute Voraussetzungen schaffen!

Ab 2031 gilt das gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren. Soll die kommende Legislaturperiode unter dem Signum der Nachhaltigkeit stehen, müssen wirksame Strategien gefunden werden, damit in allen Betrieben bis zum Renteneintrittsalter gut gearbeitet werden kann – bevor über eine weitere Anhebung diskutiert wird. Ein Kommentar von Berndt Keller.

Tarifkonflikt

Wie geht es weiter bei der Bahn?

„Ein Betrieb, eine Gewerkschaft“ gilt bei der DB traditionellerweise nicht. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) organisiert alle Beschäftigten, die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) vor allem Lokführer:innen und Zugpersonal. Diese Situation ist ungewöhnlich, da Konflikte nicht nur zwischen Arbeitgeberin und Gewerkschaft, sondern auch zwischen den Gewerkschaften bestehen, kommentiert Berndt Keller.