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Zeitgespräch

Corona-Krise, Inflationsziel der EZB und Inflationsmessung

Die EZB plant ebenso wie die US-amerikanische Federal Reserve, ihr Inflationsziel leicht auf 2 % anzuheben und dies im Durchschnitt mehrerer Jahre zu erreichen. Tatsächlich liegt die Inflationsrate aber trotz der sehr lockeren Geldpolitik deutlich unter 2 %. Werden die Maßnahmen gegen die Corona-Krise die Preissteigerung erhöhen? Während der Finanzkrise war es nicht dazu gekommen. Auch die derzeit erwartete Wirtschaftsentwicklung spricht nicht für hohe Preissteigerungen. Aber welche Rate sollte als Indikator für die „wahre“ Inflation gemessen werden? Sollten die Vermögenspreise berücksichtigt werden? Was spricht für den BIP-Deflator, was für den Konsumentenpreisindex? Wie ist eine hedonische Qualitätsbereinigung zu bewerten? Über diese Fragen diskutieren die Teilnehmer*innen des Zeitgesprächs.

LEITARTIKEL

USA: Wahlsieg der Demokraten

Der Wahlsieg des Demokraten Joe Biden wurde in den meisten EU-Hauptstädten mit immenser Erleichterung aufgenommen. Der regierungserfahrene Transatlantiker, eine Art politisches Fossil, gilt als Garant eines belastbaren und berechenbaren Verhältnisses mit den USA. Biden wird als Partner gesehen, mit dem die regelbasierte internationale Ordnung wieder gestärkt und auch reformiert werden kann. Und doch wird es nie wieder so wie in guten alten transatlantischen Zeiten, schreibt Daniela Schwarzer.

EU-AGRARPOLITIK

Richtungsänderung verweigert

In Deutschland verursacht der Agrarsektor rund 12 % der klimarelevanten Treibhausgasemissionen, ohne dass die Landwirtschaft bisher in nationale Minderungsstrategien einbezogen worden ist. Laut Bundesamt für Naturschutz befinden sich 70 % aller Flächen hierzulande in einem schlechten ökologischen Zustand. Der Verlust der biologischen Vielfalt schreitet voran, wenn nicht grundlegende Korrekturen in der Agrarpolitik vorgenommen werden. Wichtigster Faktor: die Gemeinsame Agrarpolitik der EU. Ein Kommentar von Bernd Hansjürgens.

Vorschau

Wirtschaftsdienst 12/2020

Zeitgespräch: Die USA nach der Wahl

Analysen und Berichte: Das letzte deutsch-deutsche Rentenkapitel: der
Härtefallfonds (Alexander Mislin)

Großelternbetreuung und Infektionszahlen (Christina Boll)

CORONA-KRISE

Auch die Kultur ist systemrelevant!

Die wirtschaftliche Bedeutung von Kultureinrichtungen fällt mit einem Anteil von etwa 0,75 % an der Bruttowertschöpfung vergleichsweise gering aus.
Daher lässt sich der Systemrelevanz-Anspruch des Kultursektors rein monetär zunächst nur bedingt rechtfertigen. Allerdings können von der Kulturbranche auch bedeutsame indirekte Wirkungen ausgehen. Ein Kommentar von Oliver Falck und Christian Pfaffl.

Grafik des Monats

Unternehmensinsolvenzen in Deutschland

Index 2008 = 100

Die Grafik des Monats zeigt die Unternehmensinsolvenzen zwischen 2008 und 2019. Der Krisenzeitraum von Ende 2008 bis Mitte 2010 ist grau eingefärbt. Für jede Zeitreihe ist die absolute Zahl beantragter Insolvenzen im Jahr 2019 sowie zum Höhepunkt der Krise 2009 angegeben. Die Grafik finden Sie im Beitrag "Wettbewerb in Zeiten der Pandemie" von David Benček, Lorela Ceni-Hulek, Achim Wambach und John Weche.