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Der englische Schatzkanzler hat in Beantwortung einiger Anfragen von Mr. Evelyn Cecil eine umfassende Übersicht über die Erträge der Kriegssteuern gegeben, deren Resultate auch für den deutschen Finanzpolitiker von Interesse sind.

Mr. Cecil hatte Mr. Bonar Law zunächst um eine Äußerung gebeten, welche Steuerzuschläge seit dem Kriege erhoben werden, an welchem Tage sie in Wirksamkeit traten, und wie hoch sich der voraussichtliche Ertrag dieser so erhobenen Steuern im laufenden Finanzjahr im Vergleich mit dem Ertrag derselben Steuern im letzten Finanzjahr vor dem Kriege stellt. Die Antwort ergibt sich aus folgender Tabelle.

Tabelle 1
Erhöhung der Einkommensteuer

Erhöhung

Datum des
Inkrafttretens
der Erhöhung

Voraussichtl.
Ertrag 1917–18
£

Ertrag
1913–14
£

Normalsatz erhöht von 1 s 3 d bis auf das Jahr berechnet 1 s 8 d 6. 4. 14 205 000 000 43 902 000
Normalsatz erhöht auf das Jahr berechnet 3 s 6. 4. 15
Normalsatz erhöht auf 5 s 6. 4. 16
Steuerbefreiungsgrenze herabgesetzt von 160 £ auf 130 £ mit folgerechter stufenweiser Verringerung der Abzüge 6. 4. 15
Veranlagungsbasis nach Liste B erhöht von einem Drittel bis zum vollen jährlichen Wert 6. 4. 15
Zusatzsteuer von 2 – auf das £ auf das Einkommen an Wertpapieren auf der Verkaufsliste des Schatzamts zu stehen 29. 7. 16
Tabelle 2
Erhöhung der Zuschlagsteuer
Satz vor dem Krieg (5 d bis 1 s 4 d auf das £) erhöht um 1/3 6. 4. 14 19 000 000[1] 3 339 000
Satz vor dem Krieg (5 d bis 1 s 4 d auf das £) verdoppelt und die Sätze erhöht bis auf 2 s 10 d. Auf die neunten £ 1000 – Einkommen, 3 s 2 d auf die zehnten £ 1000.– Einkommen und 3 s 6 d auf den Rest des Einkommens 6. 4. 16
Insgesamt £ 224 000 000 £ 47 841 000
Tabelle 3
Zuschläge auf Zölle und Abgaben

-

Datum des
Inkrafttretens
der Erhöhung

Voraussichtl.
Ertrag 1917–18
£

Ertrag
1913–14
£

Spirituosen Zuschläge auf immature spirits von 1 s bis 2 s 5 d per Probegallone 18. 5. 15 10 550 000 23 975 000
- -
Bier Einheimisches15 s 3 d per Normalsaß 18. 11. 14 15 100 000 13 655 000
1 s - d per Normalsaß 1. 4. 16
1 s - d per Normalsaß 1. 4. 17
Eingeführt: entsprechende Zuschläge. -
Tee 3 d per lb 16. 11. 14 14 000 000 6 499 000
4 d per lb 22. 9. 15
Kakao Roh:1/2 d per lb 22. 9. 15 1 030 000 341 000
4 1/2 d per lb 5. 4. 16
Herabgesetzt von 1 1/2 d per lb, daß die volle Steuer 42 s per cwt beträgt.Andere Kakaoabgaben sind dementsprech. verändert. 22. 6. 16
Kaffee Roh:7 s per cwt 22. 9. 15 549 000 180 000
21 s per cwt.Gerösteter Kaffee u. Kaffeemischungen dementsprechend verändert. 5. 4. 16
Zichorien Roh eingeführt:6 s 7 d per cwt 22. 9. 15 50 000 43 000
19 s 10 d per cwtGeröstete Zichorien u. einheimische dementsprech. verändert. 5. 4. 16
Zucker, Glykose, Melasse u. Saccharine Eingeführter Zucker von höherer Polarisation als 98º:7 s 6 d per cwt 23. 9. 15 16 750 000 3 328 000
4 s 8 d per cwt 5. 4. 16
Andere Gerade u. andere Artikel sind dementsprechend erhöht.Anmerkung: Eine Abgabe von 7 s per cwt wird auf im Lande gebauten Zucker erhoben 22. 9. 15
erhöht auf 11 s 8 d per cwt 5. 4. 16
Trockene Früchte zollpflichtig, ausgenommen Korinthen[2] 3 s 6 d per cwt

22. 9. 15 500 000 514 000
Tabak Roh, nicht entrippt, der 10% oder mehr Feuchtigkeit enthält: 1 s 10 d per lb, auf anderen Tabak verhältnismäßig 22. 9. 15 33 930 000 18 284 000
Weitere 1 s 10 d per lb am 3. Mai 1917 aufgelegt, aber in der Folge herabgesetzt auf 11 d per lb am 16. Juli 1917 16. 7. 17
Benzin (Motor spirits) 3 d per Gallone 22. 9. 15 1 450 000 841 000
Heilmittel 1 1/2 d zu 3 s je nach dem Preis des Heilmittels 20. 10. 15 660 000 361 000
Insgesamt £ 94 560 000 £ 68 021 000

In einer zweiten Zahlenreihe gibt der Schatzkanzler die folgenden Einzelheiten über die neuen Steuern, die seit dem Kriege aufgelegt sind, über die Daten, an welchen sie in Kraft traten und über den voraussichtlichen Ertrag in dem laufenden Finanzjahr. Die Zahlen sind auf Basis des Voranschlags für 1917/18 geschätzt:

Tabelle 4
Neue direkte Steuern

-

Datum des Inkrafttretens
der Steuer

Voraussichtlicher
Ertrag 1917–18

1. Kriegsgewinnsteuer Abschlußperioden, die nach dem 4. Aug. 1914 enden £ 200 000 000inkl. Munitionssteueraufgewinne die bis 31. Dez. 1916 gemacht sind
2. Gewinnsteuer auf Bergwerksrechte (Excess Mineral Rights duty) ebenjo £ 100 000
Insgesamt £ 200 100 000
Tabelle 5
Neue Zölle und Abgaben

Steuer

Datum des Inkrafttretens
der Steuer

Voraussichtlicher
Ertrag 1917–18

Kinematographische Films 29. 9. 15 £ 180 000
Uhren und Taschenuhren 29. 9. 15 „ 300 000
Automobile u. Fahrräder nebst Teilen u. Zubehör (ausgenommen Reifen und Zylinder 29. 9. 15 -
Musikinstrumente u. Teile davon 29. 9. 15 „ 50 000
Lustbarkeiten 15. 5. 16 „ 4 500 000
Streichhölzer und mechan. Anzünder 5. 4. 16 „ 1 200 000
Tafelwasser und Apfelwein 1. 5. 16 „ 1 400 000
Benzin-Lizenzsteuer 1. 8. 16 „ 280 000
Gesamtsumme £ 7 910 000

Nach dem Voranschlag für 1917/18 sollen also die hier aufgeführten englischen Steuern einen Mehrertrag von 410 708 000 £ gegenüber dem letzten Friedensjahr erbringen. Davon entfallen auf die Kriegsgewinnsteuer 200 100 000 £. Zu jenen 410,7 Mill. £ sollen direkte Steuern mit 376,3 Mill. £, indirekte Steuern mit 34,4 Mill. £ beitragen.

K. S.

  • [1] Ungefähr £ 3 000 000.– von dem voraussichtlichen Ertrag der Einkommensteuer für 1917–18 und ungefähr £ 4 500 000.– von dem der Zuschlagsteuer ist den Erhöhungen zuzuschreiben, die durch das letzte Finanzgesetz vor dem Kriege vom 31. Juli 1914 auferlegt wurden.
  • [2] Einschließlich Einnahmen aus dem Zoll auf Korinthen.

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