Deutschland ist zurzeit die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. Doch die Vorstellung damit verbundener Größe ist falsch. Der deutsche Anteil an der Weltwirtschaft beträgt lediglich 4,3 %, in Kaufkraft gerechnet sogar nur 3,2 %, und er wird weiter sinken. Wirtschaftlich bedeutend sind heute allein die USA und China, Deutschland war einmal groß – vor mehr als 100 Jahren. Heute kann Deutschland nur zusammen mit seinen europäischen Nachbarn Einfluss entfalten. Fraglich ist, ob dies im Rahmen der EU mit 27 Mitgliedern gelingen wird oder ob nicht einige Themen besser in kleineren Gruppen verfolgt werden sollten.
Deutschland ist aktuell die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. Das war Deutschland schon einmal, bevor China es im Jahr 2007 auf den vierten Platz verdrängte. Aber nachdem der japanische Yen stark an Wert verloren hat, rangiert Deutschland seit 2023 wieder auf dem dritten Platz. Dieses Vorrücken war vielen Medien eine Meldung wert (z. B. Handelsblatt, 2025), häufig verbunden mit einem positiven Unterton.
Denn der dritte Rang suggeriert echte Größe, Bedeutung und in Verbindung mit dem Aufrücken vielleicht sogar Dynamik. In der Politik wird dann argumentiert, diese Größe bringe Verantwortung mit sich, Deutschland solle sich führend in Europa und der Welt einbringen. Als Beispiel hierfür fordert Deutschland einen ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat.1
Faktisch ist die Feststellung des Rangs als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt zwar nicht falsch. Der dritte Rang vermittelt allerdings eine falsche Vorstellung von der Stärke der deutschen Wirtschaft. Dabei soll hier nicht einmal auf die aktuell mangelnde Dynamik wirtschaftlicher Entwicklung eingegangen werden (SVR, 2024) oder die Herausforderungen aufgrund der neuen geopolitischen Situation (Kamin & Langhammer, 2025), auch nicht auf Pro-Kopf-Betrachtungen oder Entwicklungsmaße jenseits des Einkommens. Selbst wenn man nur auf die Größe der Volkswirtschaft abstellt, gibt es mehrere Perspektiven, die die Einschätzung von „Größe“ relativieren.
Größe gemessen als Anteil
Volkswirtschaftliche Größe kann man neben einer Betrachtung des Rangs auch als Anteil an der Weltwirtschaft definieren. Der Fokus auf den Rang führt leicht zu der Vorstellung, Platz drei sei so etwas wie die Bronzemedaille im Sport, also etwas Herausragendes, zumal wenn man an die rund 200 Staaten der Welt denkt.2 Aber die Vorstellung einer Bronzemedaille ist irreführend, weil der Rang noch wenig über die tatsächliche wirtschaftliche Bedeutung aussagt.
Hilfreicher ist es, sich die Welt als eine Firma vorzustellen, in der zahlreiche Eigentümer mitreden. Sicher hat dabei der drittgrößte Eigentümer ein anderes Gewicht als der durchschnittliche Eigentümer, der rechnerisch bei 200 Staaten einen Anteil an der Weltwirtschaft von 0,5 % hält. Allerdings beträgt Deutschlands Anteil auch nicht mehr als 4,3 %. Die Anteile der zehn größten Volkswirtschaften sowie der Europäischen Union (EU) zeigt Abbildung 1.
Abbildung 1
Die größten Volkswirtschaften der Welt im Jahr 2023

Bruttoinlandsprodukt in US-Dollar, Stand 2023.
Quelle: Weltbank (2025).
Man sieht sofort, dass es nur zwei wirklich große Volkswirtschaften im Weltmaßstab gibt, das sind die USA mit einem Anteil des Bruttoinlandsprodukts (BIP) am weltweiten BIP von 27 % sowie China mit 17 %. Der Anteil dieser Länder an der weltweiten Wertschöpfung ist sechsmal beziehungsweise viermal so groß wie der Deutschlands. Die USA und China befinden sich also in einer anderen Größenklasse.
Deutschland rangiert in der Gruppe danach, vor Japan, Indien, anderen größeren europäischen Ländern (Großbritannien, Frankreich, Italien), Brasilien und Kanada. Ob der Anteil am Welt-BIP nun 4,3 %, wie für Deutschland, beträgt oder nur 2,9 %, wie für Frankreich, spielt für die Bedeutung in der Welt keine entscheidende Rolle. Der dritte Platz ist im Grunde auch nicht viel mehr wert als Frankreichs siebter Platz, die Unterschiede sind im Weltmaßstab geringfügig. Das ändert sich allerdings, wenn die EU gemeinsam auftritt, wie in der internationalen Handelspolitik. Dann stellt sie den dritten großen Akteur mit einem Anteil von 18 %.
Größenveränderungen durch Wechselkursschwankungen
Dass Deutschland Japan als drittgrößte Volkswirtschaft im Jahr 2023 überholt hat, liegt nicht etwa an einer markanten Wachstumsdynamik in Deutschland, sondern an einer Veränderung der Wechselkurse. Deren Einfluss erkennt man unmittelbar an der Entwicklung der japanischen Wertschöpfung in den letzten 25 Jahren abgetragen in US-Dollar (Abbildung 2). Erst stieg das japanische BIP an, ab etwa 2012 begann es dann markant zu sinken. Im Extrem betrug der Rückgang fast 30 %. Diese starken Veränderungen haben wenig mit der eher kontinuierlichen Wirtschaftsentwicklung in Japan zu tun, die ebenfalls in Abbildung 2 in Yen abgebildet ist. Zum einen als nominale Entwicklung und zum anderen als reale Wirtschaftsentwicklung. Die japanische Wirtschaft ist also in realer Rechnung (mit Ausnahme der großen Finanzkrise 2008/09) fast durchgängig leicht gewachsen, während die Rechnung in US-Dollar ein Auf und Ab zeigt, wobei das BIP in US-Dollar 2023 in etwa wieder auf das niedrige Niveau von Ende der 1990er-Jahre gesunken ist.
Abbildung 2
Entwicklung des japanischen Bruttoinlandsprodukts seit 1998

Historische BIP-Daten in nominalem Yen, US-Dollar und realem Yen.
Quelle: Federal Reserve Bank of St. Louis (2025).
Größe gemessen in Kaufkraft
Eine Möglichkeit, um den Einfluss von Wechselkursänderungen bei internationalen Vergleichen zu eliminieren, ist die Rechnung in Wechselkursen nach Kaufkraftparität (KKP). Dafür wird nicht der Marktwechselkurs herangezogen, der sich aus Angebot und Nachfrage am Devisenmarkt ergibt, und somit prinzipiell immer nur den international aktiven Teil einer Volkswirtschaft berücksichtigt. Vielmehr wird darauf abgestellt, was in den jeweils betrachteten Ländern ein einheitlicher Warenkorb kostet, der Güter und Dienstleistungen beinhaltet, die handelbar und eben auch nicht handelbar sind. Bei allen Problemen und Ungenauigkeiten im Detail ist der wesentliche Unterschied, dass diese Rechnung auch den größeren Binnenteil einer Volkswirtschaft mit seinen „Inlandspreisen“ berücksichtigt. Tendenziell gilt, dass einkommensschwächere Länder wegen der günstigen Inlandspreise eine höhere Kaufkraft bieten als es die Marktwechselkurse nahelegen. KKP-Wechselkurse nivellieren also die Unterschiede zwischen reicheren und ärmeren Volkswirtschaften. Für Aussagen über die generelle Bedeutung eines Landes sind sie vermutlich aussagekräftiger als der Vergleich mittels Marktwechselkursen.
Für das Jahr 2023 werden in Abbildung 3 analog zu Abbildung 1 die zehn größten Volkswirtschaften der Welt aufgeführt, nun jedoch mittels KKP-Wechselkursen berechnet. Das Ergebnis sieht merklich anders aus als in Abbildung 1. Schwellenländer rücken vor und die „alten“ Industrieländer fallen in ihrer relativen Bedeutung zurück. China ist jetzt die größte Volkswirtschaft mit einem Anteil am weltweiten BIP von 19 % vor den USA und der EU mit je 15 %. Deutschland rangiert nicht mehr auf Platz drei, sondern auf Platz sechs, der Anteil an der Weltwirtschaft ist von 4,3 % auf 3,2 % gesunken. In Kaufkraft ausgedrückt ist Indien sehr viel größer als Deutschland, aber auch Russland sowie Japan liegen leicht vorn. Ferner schieben sich Brasilien und Indonesien vor Großbritannien und Frankreich.
Abbildung 3
Die größten Volkswirtschaften der Welt im Jahr 2023 nach Kaufkraftparität

BIP nach Kaufkraftparität (US-Dollar), Stand 2023.
Quelle: Weltbank (2025).
Größe in historischer Perspektive
Die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Größe eines Landes ist vermutlich auch von historischen Erinnerungen bestimmt. Für Deutschland trifft das insofern zu als es vor dem Ersten Weltkrieg eine schnell und stark aufstrebende Volkswirtschaft mit moderner Infrastruktur, relativ guter Bildung und ausgezeichneter Forschung in den damals modernen Industrien der zweiten Industrialisierungswelle war (wie chemische und elektrische Industrie). Tatsächlich hatte Deutschland damals, verstärkt durch die Gründung des deutschen Reiches von 1871, seinen Höhepunkt weltwirtschaftlicher Bedeutung erreicht. Vor dem Ersten Weltkrieg betrug der deutsche Anteil an der Weltwirtschaft in Kaufkraft gerechnet im Jahr 1900 bereits 7,4 % und erreichte seinen Höhepunkt direkt vor Kriegsbeginn im Jahr 1913 mit 8,7 % (Bolt & Van Zanden, 2024).3 Durch das damals noch kräftige Bevölkerungswachstum in Deutschland stieg der Anteil an der Weltbevölkerung sogar minimal von 3,5 % (1900) auf 3,6% (1913). Verglichen mit den aktuellen Werten für Wirtschafts- und Bevölkerungsanteil von gut 3 % und 1%, war Deutschland auf seinem wirtschaftlichen Bedeutungshöhepunkt rund dreimal so groß.
Für die Jahrzehnte ab 1820 ist der deutsche Anteil an der Weltwirtschaft deutlich angestiegen mit dem Höhepunkt knapp hundert Jahre später, also unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg. Abbildung 4 zeigt die großen Linien, beruht aber Anfang des 20. Jahrhunderts nur auf den verfügbaren Daten von 1900 (deutscher Anteil 7,4 %) und von 1920 (5,6 %), weshalb der komplette Anstieg bis zum Jahr 1913 (auf 8,7 %) an dieser Abbildung nicht erkennbar ist (die oben genannten jährlichen Anteile für Deutschland beruhen auf linearer Interpolation für die weltweiten Werte). Nach dem Ersten Weltkrieg gab es aufgrund der Kriegsschäden, Reparationszahlungen, Bevölkerungs- und Landverluste und der institutionellen Instabilität einen dauerhaften Rückschlag. Mit der Mobilisierung aller Ressourcen in der Kriegswirtschaft stieg der deutsche Anteil temporär wieder etwas. Dafür war der Rückschlag nach dem Zweiten Weltkrieg nochmals deutlicher. Selbst die Aufholbewegung in den 1950er und frühen 1960er Jahren („Wirtschaftswunder“) hat den deutschen Bedeutungsverlust nicht mehr vollständig kompensieren können, auch wenn Deutschland in den 1960er Jahren noch einmal einen Anteil an der Weltwirtschaft von über 6 % erreichte. Seitdem sinkt Deutschlands Anteil an der Weltwirtschaft kontinuierlich und deutlich.
Abbildung 4
Deutschlands Anteil an der Weltwirtschaft und Weltbevölkerung seit 1820

Historische BIP- und Bevölkerungsdaten in Kaufkraftparität (KKP).
Quelle: Bolt und Van Zanden (2024).
Erwartete zukünftige Größe
Neben der Entwicklung in Deutschland selbst, spielt für die Bedeutung (und den Rang) in der Weltwirtschaft die Entwicklung aller übrigen Länder eine entscheidende Rolle. Hier sind zwei Veränderungen maßgebend: Zum einen hat die Bevölkerung in Deutschland seit unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg bis heute nicht stark zugenommen, von 66 Mio. im Jahr 1914 auf 84 Mio. Menschen; das ist sehr wenig im Vergleich zur Weltbevölkerung, die sich mehr als vervierfacht hat. Zum anderen war Deutschland vor gut 100 Jahren ähnlich wie heute eines der wirtschaftlich am weitesten entwickelten Länder in der Welt. Allerdings war damals nur ein kleiner Teil der Welt annähernd so modern wie Deutschland, während heute viele weitere Länder vollständig aufgeholt haben (vor allem in Ostasien) und viele andere Länder von einem niedrigen Niveau aus stärker gewachsen sind als Deutschland. In der Summe der Effekte ist der deutsche Anteil an der Weltwirtschaft kleiner geworden, obwohl Deutschland wirtschaftlich erfolgreich agiert hat.
Da sich an den beiden treibenden Determinanten dieser Entwicklung voraussichtlich nichts ändern wird, spricht viel dafür, dass der deutsche Anteil an der Weltwirtschaft weiter sinken wird. Nach jüngeren Schätzungen wird die deutsche Bevölkerung die nächsten Jahrzehnte wohl weitgehend konstant bleiben und selbst bis zum Jahr 2070 nur ganz leicht auf 83 Mio. zurückgehen (BiB, 2025), während die Weltbevölkerung nach einer Prognose der Vereinten Nationen weiter wachsen wird, bis auf gut 10 Mrd. Menschen zwischen 2060 und 2100 (mit einem Gipfel der für 2080 bei 10,3 Mrd. Menschen geschätzt wird). In diesen Szenarien wird der deutsche Anteil an der Weltbevölkerung auf etwa 0,8 % sinken; vielleicht wird er höher oder tiefer liegen, aber sinken wird er vermutlich in jedem Fall. Ferner wird der Aufholprozess vieler Länder weitergehen. Zusammengenommen ist in den letzten zehn Jahren die Weltwirtschaft um gut 3 % pro Jahr gewachsen, während Deutschland in der ersten Hälfte dieser Dekade noch bei plus 1 % lag, und in den letzten fünf Jahren eine stagnierende Wirtschaft aufweist.
Geht man vereinfachend davon aus, dass diese Wachstumstrends weiter anhalten werden, also die Weltwirtschaft pro Jahr rund 2,5 Prozentpunkte schneller wächst als Deutschland, dann zeigt Abbildung 5 die weitere Entwicklung.4 Demnach wird der deutsche Anteil an der Weltwirtschaft (bei unveränderten Marktwechselkursen) in zehn Jahren von 4,3 % auf rund 3 % fallen, in 20 Jahren auf unter 3%. In KKP gerechnet sinkt der deutsche Anteil von heute 3,2% auf 2,3 % und weiter auf 1,8 % in zehn bzw. 20 Jahren. Sollte die deutsche Wirtschaft stärker wachsen, auch relativ zur Weltwirtschaft, dann wird der deutsche Anteil entsprechend langsamer sinken, aber langfristig sinken wird er in jedem derzeit realistischen Szenario.
Abbildung 5
Projektion von Deutschlands Anteil an der Weltwirtschaft bis 2045

BIP-Daten in Kaufkraftparität (KKP); nominales BIP in US-Dollar.
Quelle: Bolt und Van Zanden (2024), Weltbank (2025).
Fazit
Deutschland ist immer noch eines der größeren Länder in der Weltwirtschaft, mit einem Bevölkerungsanteil von 1 % und einem Anteil an der Wertschöpfung von 4,3 % bzw. 3,2 % in Kaufkraftparität. Aber groß im Sinne von bedeutend und einflussreich sind heute nur zwei Länder, die USA und China. Deutschland war einmal groß, aber das ist über 100 Jahre her. Insofern führt der Verweis auf den dritten Rang, den Deutschland nach Marktwechselkursen gerade wieder einmal in der Weltwirtschaft innehat in die Irre. Der „Irrsinn“ dieser Messung zeigt sich schon darin, dass Deutschland um einen Platz „aufgestiegen“ ist, obwohl die deutsche Wirtschaft in einer wachsenden Weltwirtschaft seit rund fünf Jahren weitgehend stagniert.
Ein realistischeres Maß von Wirtschaftskraft im internationalen Vergleich ist die Messung mittels Kaufkraftparität, der zufolge Deutschland einen Anteil von 3,2 % am Welt-BIP hat und auf dem sechsten Rang liegt. Dies sollte für alle klar machen, dass Deutschland allein in der heutigen Weltwirtschaft zu klein ist, um die Agenda wirklich mitbestimmen zu können. Vielmehr ist die engste Abstimmung in Europa notwendig, um entsprechendes Gewicht in der Welt einzubringen. Nicht umsonst beginnt die außenwirtschaftliche Agenda, die das Kieler Institut der neuen Bundesregierung empfiehlt, mit Europa (Dohse et al., 2025).
Offen ist dagegen die Frage, ob Deutschland es sich leisten kann, immer mit allen EU-Ländern im Gleichschritt zu gehen. Der Handlungs- und Zeitdruck, sowohl außenwirtschaftlich als auch außenpolitisch, ist so stark, dass es überlegenswert scheint, manche Themen jenseits der Handelspolitik lieber mit kleineren Gruppen zu klären, als in jedem Einzelfall zu versuchen mit bis zu 27 EU-Staaten und weiteren europäischen Ländern (wie Großbritannien oder Norwegen) in einem langwierigen konsensualen Prozess voranzukommen.
Aber auch dann bedarf es einer breiteren Abstimmung innerhalb Europas. Möchte eine Gruppe als einflussreicher Akteur in der Weltwirtschaft wahrgenommen werden, sollte diese Gruppe möglichst deutlich mehr als das doppelte Gewicht von Deutschland aufweisen. Selbst das dreifache deutsche Gewicht wäre ein Anteil an der Weltwirtschaft von „nur“ rund 10 % in Kaufkraft gemessen (die gesamte EU kommt auf 15 %) und das mit sinkender Tendenz. Immerhin würde dann der „dritte Rang“ solch einer europäischen Gruppe mit entsprechend wirtschaftlichem Gewicht unterlegt.
- 1 Dieser soll zusätzlich zu den bisherigen fünf ständigen Mitgliedern eingerichtet werden, zudem sollen neben Deutschland auch fünf weitere Länder in diese Rolle aufrücken wie zum Beispiel Indien (Auswärtiges Amt, 2025).
- 2 Es gibt aktuell 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, zudem zwei weitere Staaten mit Beobachterstatus, sieben weitere Staaten (die von mindestens einem Mitgliedstaat der Vereinten Nationen anerkannt werden) sowie fünf weitere Staaten, also in Summe 207 Staaten und De-facto-Staaten.
- 3 Die Maddison Project Database, die wir für Kaufkraft-bereinigte Daten nutzen, geht von einem kontinuierlichen Deutschland aus, das rechtlich so nicht bestanden hat, sodass die Bevölkerung weder 1871 mit der Reichsgründung noch 1990 mit der Wiedervereinigung zunimmt. Folglich beziehen sich die Werte vor 1871 auf einen eher losen Staatenverbund und die vor 1990 auf zwei selbstständige Staaten.
- 4 Das 500 Mrd. € „Sondervermögen“, das im März grundsätzlich beschlossen wurde, kann die Wachstumsraten in Deutschland über die nächsten zehn bis zwölf Jahre noch erheblich erhöhen, durchaus um 2 Prozentpunkte pro Jahr, und somit den Abstand zum Wachstum der Weltwirtschaft erheblich verkleinern (Dany-Knedlik et al., 2025). Die Umsetzung wird darüber entscheiden, wieviel von diesem Effekt konjunkturell bleibt und wieviel zu einer Erhöhung des Produktionspotenzials beiträgt.
Ich danke Farid Orangi für wertvolle Unterstützung.
Literatur
Auswärtiges Amt. (2025, 29. Januar). Warum der Sicherheitsrat reformiert werden muss.
BiB – Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. (2025). Bevölkerungsstand in Deutschland (1950-2070).
Bolt, J. & van Zanden, J. L. (2024). Maddison-style estimates of the evolution of the world economy: A new 2023 update. Journal of Economic Surveys, 39(2), 631–671.
Dany-Knedlik, G., Kriwoluzky, A. & Rieth, M. (2025). Sondervermögen für Infrastruktur: 500-Milliarden-Euro-Investitionspaket würde deutsche Wirtschaft aus der Krise holen. DIW aktuell, Nr. 111.
Dohse, D., Görg, H. & Schularick, M. (2025). Weltwirtschaftliche Herausforderungen nach der Wahl – Warum die neue Bundesregierung europäisch denken und handeln muss. In F. Bickenbach, E. Bode, D. Dohse, H. Görg, T. Heidland, J. Hinz, R. J. Langhammer, W.-H. Liu, W. Rickels & M. Schularick (2025), Außenwirtschaft nach der Wahl – Eine Agenda für die neue Bundesregierung (S. 6-10). Kiel Policy Brief, Nr. 182.
Federal Reserve Bank of St. Louis (2025), FRED (Federal Reserve Economic Data), St. Louis, Missouri.
Handelsblatt. (2025, 18. Februar). Deutschland bleibt trotz Rezession drittgrößte Volkswirtschaft.
Kamin, K. & Langhammer, R. (2025). Die geoökonomischen Herausforderungen der deutschen Wirtschaft meistern. Wirtschaftsdienst, 105(1), 48–53.
SVR – Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. (2024). Versäumnisse angehen, entschlossen modernisieren. Jahresgutachten 2024/25.
Weltbank. (2025). World Development Indicators, Washington, D.C.