Im Vergleich zum Jahr 2024 verzeichnete der HWWI-Rohstoffpreisindex im Jahr 2025 einen Rückgang. Dieser Verlauf ist maßgeblich durch sinkende Preise bei Energierohstoffen geprägt. Der HWWI-Rohstoffpreisindex misst die Preisentwicklung zentraler Rohstoffimportgüter, indem internationale Rohstoffpreise mit den jeweiligen Importanteilen Deutschlands gewichtet werden (Berlemann et al., 2024). Der Index bildet damit die preisliche Entwicklung der für Deutschland relevanten Rohstoffe ab und ermöglicht eine Zerlegung des Gesamtindex nach einzelnen Rohstoffgruppen (Energierohstoffe, Nahrungs- und Genussmittel sowie Industrierohstoffe).
Insgesamt zeigt sich zu Beginn des Jahres 2025 ein klarer Abwärtstrend beim HWWI-Rohstoffpreisindex (Abbildung 1). Auf einen kontinuierlichen Rückgang im Zeitraum von Januar bis April folgte in den Sommermonaten eine Phase relativer Stabilität. Ab Juni setzte erneut eine Abwärtsbewegung ein, die bis zum Jahresende anhielt. Seit Mitte März lag der Index damit durchgehend unter dem Niveau des Vorjahres. Gegen Jahresende näherte sich der Index dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre an und lag schließlich ab November sogar darunter.
Abbildung 1
Entwicklung des HWWI-Rohstoffpreisindex

Deutschland, Euro, Importgewichtung 2017 bis 2019.
Quelle: eigene Berechnung nach Berlemann et al. (2024).
Diese Entwicklung des Gesamtindex im Jahr 2025 wurde maßgeblich durch die Preisbewegungen bei den Energierohstoffen bestimmt (Abbildung 2). Seit März 2025 lagen die Preise dieser Rohstoffgruppe durchgehend unter dem entsprechenden Niveau des Vorjahres, wobei sich diese Entwicklung im weiteren Jahresverlauf fortsetzte. Insgesamt zeigten die Energierohstoffe überwiegend abnehmende Preisentwicklungen.
Abbildung 2
Entwicklung der Subindizes für Energierohstoffe, Industrierohstoffe und Nahrungs- und Genussmittel

Deutschland, Euro, Importgewichtung 2017 bis 2019.
Quelle: eigene Berechnung nach Berlemann et al. (2024).
Die stärkste Reduktion innerhalb dieser Gruppe verzeichnete europäisches Erdgas, dessen Preis zum Jahresende 2025 um 41,2 % unter dem Niveau vom 31. Dezember 2024 lag. Haupttreiber dieser Entwicklung war ein starker Zufluss von LNG (Flüssigerdgas), dessen Importe im Jahresvergleich um mehr als 30 % zunahmen. Zusätzlich wirkte eine verbesserte Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien preisdämpfend, da sie den Gasbedarf im Stromsektor reduzierte (IEA, 2025a). Der ab dem zweiten Quartal 2024 einsetzende starke Preisanstieg auf den europäischen Gasmärkten konnte infolgedessen deutlich korrigiert werden. Auch bei Rohöl waren deutliche Rückgänge zu beobachten: Der Preis für Brent-Rohöl sank im gleichen Zeitraum um 28,1 %.
Bei Kohle zeigten sich ebenfalls rückläufige Preise, wobei sowohl australische Kohle (−23,9 %) als auch südafrikanische Kohle (−28,3%) unter ihrem jeweiligen Vorjahresniveau lagen. Diese Entwicklung ist vor allem auf eine abgeschwächte internationale Nachfrage, hohe Lagerbestände sowie zunehmende Konkurrenz durch günstigere und besser verfügbare Energieträger, wie z. B. LNG, zurückzuführen. Zusätzlich belasteten strukturelle Nachfragerückgänge in Europa und eine Abschwächung der chinesischen und indischen Importdynamik die internationalen Kohlepreise (IEA, 2025b). Die Preise für Stahl gaben im betrachteten Zeitraum ebenfalls nach und lagen zum Jahresende rund 10 % unter dem Niveau von Ende 2024.
Innerhalb der Nahrungs- und Genussmittel zeigten sich im betrachteten Zeitraum überwiegend rückläufige Preisentwicklungen. Während der Subindex für Nahrungs- und Genussmittel in den ersten Monaten 2025 nur leicht sank, fiel er ab Juni bis August unter 200 Punkte und blieb bis Jahresende relativ stabil auf diesem Niveau. Besonders ausgeprägt waren die Veränderungen bei Zucker und Kakao. Der Zuckerpreis lag zum Jahresende 2025 um 31,3 % unter dem Niveau des Vorjahres, während der Preis für Kakao im gleichen Zeitraum um 51,6 % zurückging. Der Rückgang des Kakaopreises ist vor dem Hintergrund der vorangegangenen Preisentwicklung zu sehen. Nach einem historischen Hoch infolge ausgeprägter Angebotsengpässe normalisierte sich die Marktlage im Laufe des Jahres 2025 teilweise. Die Kakaoernte fiel insbesondere in den westafrikanischen Hauptanbauregionen höher aus als im Vorjahr und näherte sich wieder dem Niveau vor der Krise an, nachdem die Ernte 2023/2024 deutlich unter den Erwartungen gelegen hatte. Auch bei Zucker setzte sich im Jahr 2025 ein rückläufiger Preistrend fort. Diese Entwicklung ging mit hohen Ernteerträgen in wichtigen Produktionsländern wie Brasilien, Indien und der Europäischen Union einher. Darüber hinaus wirkten Unsicherheiten im Zusammenhang mit handelspolitischen Rahmenbedingungen sowie Wechselkursschwankungen preisdämpfend auf den EU-Zuckermarkt (OECD & FAO, 2025).
Auch bei weiteren Rohstoffen dieses Subindex‘ wurden negative Änderungsraten verzeichnet. So sank der Reispreis um 26,7 %, während der Preis für rohes Palmöl um 23,9 % zurückging. Auch lagen die Preise unter anderem für Tee (−13,1 %), Mais (−15,3 %) und Weizen (−18,8 %) zum Jahresende 2025 unter ihrem jeweiligen Vorjahresniveau. Demgegenüber wiesen nur einzelne pflanzliche Öle abweichende Entwicklungen auf. So lagen die Preise für rohes Sojabohnenöl (+6,6 %) und Sonnenblumenöl (+5,6 %) über dem Niveau von Ende 2024, während der Preis für Kokosöl nahezu unverändert blieb (+0,1 %). Insgesamt waren die Preisbewegungen im Nahrungs- und Genussmittelindex damit durch überwiegend negative Änderungsraten bei den meisten enthaltenen Rohstoffen gekennzeichnet.
Bei den Industrierohstoffen zeigten sich im betrachteten Zeitraum uneinheitliche Preisveränderungen. Zu Beginn des Jahres stieg der Index leicht an, sank ab März leicht, aber verzeichnete im Herbst wieder geringe positive Wachstumsraten. Einzelne Rohstoffe notierten deutliche Preiszuwächse. So wies Kupfer mit einem Anstieg von 26,7 % die höchste positive Veränderung auf. Auch die Preise für Zinn (+24,8 %) und Wolle (+23,6 %) lagen zum Jahresende 2025 über ihrem jeweiligen Vorjahresniveau. Darüber hinaus verzeichnete Aluminium einen moderaten Preisanstieg von 4,1 %. Diese Rohstoffe wiesen damit positive Preisveränderungen im betrachteten Zeitraum auf.
Demgegenüber zeigten zahlreiche andere Industrierohstoffe rückläufige Preisentwicklungen. Besonders ausgeprägt waren die negativen Veränderungsraten bei Holz, dessen Preis um 21,3 % sank, sowie bei Baumwolle mit einem Rückgang von 17,1 %. Auch bei Kautschuk (−15,3 %), Häuten (−11,4 %) und Zellstoff (−11,3 %) lagen die Preise zum Jahresende 2025 unter ihrem jeweiligen Vorjahresniveau. Weitere Industrierohstoffe wiesen geringere, aber ebenfalls negative Preisveränderungen auf. So sanken unter anderem die Preise für Zink (−9,1 %), Blei (−10 %), Eisenerz (−8,7 %) und Nickel (−3,6 %) im betrachteten Zeitraum.
Literatur
Berlemann, M., Eurich, M. & Meyer, H. (2024). HWWI Commodity Price Index: A technical documentation of the 2023 revision. Review of Economics, 75(1), 1–20.
IEA – International Energy Agency. (2025a). Gas 2025: Analysis and forecasts to 2030.
IEA – International Energy Agency. (2025b). Coal 2025: Analysis and forecast to 2030.
OECD – Organisation for Economic Co-operation and Development & FAO – Food and Agriculture Organization. (2025). OECD-FAO Agricultural Outlook 2025-2034.