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Zeitgespräch

Schwaches Produktivitätswachstum – zyklisches oder strukturelles Phänomen?

In den entwickelten Volkswirtschaften ist das Produktivitätswachstum seit den 1970er Jahren tendenziell gesunken, zeigen die Statistiken – eine Beobachtung, die angesichts der weitreichenden Digitalisierung der Wirtschaft erstaunt. Sie könnte auf Messfehlern beruhen, ist sie aber realistisch, kann es dafür viele Gründe geben: Innovationen sind zunehmend kostenintensiv und durchdringen die Wirtschaft langsamer. Der produktivitätsschwache Dienstleistungssektor nimmt einen wachsenden Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Produktion ein. Es könnte aber auch an mangelnden Investitionen liegen. Enzo Weber, Steffen Elstner, Christoph M. Schmidt, Ulrich Fritsche, Patrick Christian Harms, Marianne Saam, Jochen Hartwig und Hagen Krämer diskutieren die möglichen Gründe im aktuellen Zeitgespräch.

Leitartikel

Europäische Union oder Disunion?

Vor 60 Jahren wurde mit der Unterzeichnung der Römischen Verträge der wichtigste Grundstein der heutigen EU gelegt. Nach über 50 Jahren relativ stetiger Erweiterungs- und Vertiefungsschritte zeigen sich seit einigen Jahren allerdings auch klare gegenläufige Tendenzen. Mehr Integrationsflexibilität und mehr Konzentration auf Marktintegration statt auf institutionelle Integration müssen künftig im Vordergrund stehen, um zu verhindern, dass die aktuellen Strömungen aus der Europäischen Union eine „Disunion“ machen, betont Renate Ohr.

Nachbericht

Jubiläumskonferenz

Am 10. Oktober 2016 begingen die Zeitschriften Wirtschaftsdienst und Intereconomics ihr 100- beziehungsweise 50-jähriges Bestehen in Berlin mit der internationalen wirtschaftswissenschaftlichen Konferenz Neues Wachstum für Europa.

Buchvorstellung am 7.3.2017

Johannes Becker: Der Odysseus-Komplex

In ihrem im Februar 2017 erscheinen- den Buch benennen Clemens Fuest und Johannes Becker die Fehler der Währungsunion und liefern ein realistisches Programm zur Lösung der Eurokrise. Sie schlagen einen Weg vor, der die demokratische Kontrolle der Staaten stärkt, diese bindend verpflichtet und die Währungsunion damit weniger krisenanfällig macht.

Exklusiv vorab

Ökonomische Ursachen des Populismus

Populismus macht sich breit: Das zeigen der Brexit, die Wahl Donald Trumps, die befürchteten Ergebnisse der Wahlen in den Niederlanden und Frankreich sowie das Erstarken der AfD in Deutschland. Adalbert Winkler, Professor an der Frankfurt School of Finance & Management, fragt nach den ökonomischen Ursachen.

Dossier

Grundeinkommen

Wirtschaftsführer befürchten, dass der Einsatz von Robotern zu Massenarbeitslosigkeit führen kann und schlagen das bedingungslose Grundeinkommen vor. Dieses Konzept wird derzeit in Finnland getestet, wurde aber von den Schweizern 2016 in einer Volksabstimmung abgelehnt. Was dafür und was dagegen spricht, diskutieren Experten in verschiedenen Beiträgen.

Vorschau

Wirtschaftsdienst 3/2017

Zeitgespräch
Richtungswechsel in den USA

Analyse
D. Hagemann, M. Wohlmann: Der Transmissionsmechanismus der Geldpolitik – Warum springt die Kreditvergabe nicht an?

Ökonomische Trends
Michael Bräuninger: Wohnungsbauinvestitionen in Deutschland